vom 11.03.2011 um 14:41 Uhr

Fedora 15 Alpha mit Gnome 3, Firefox 4 und LibreOffice

Seit ich im Juni 2010 mein ThinkPad T400s kaufte [1], bin ich ein zufriedener Linux-Benutzer. Da die Open-Source-Welt schnelllebig ist, gilt mein Fedora 13 von damals, dass ja im Mai 2010 erschien, nun schon als alt. Im kommenden Mai soll außerdem schon Version 15 erscheinen. Nun wollte ich aber so spät nicht mehr auf Version 14 umsatteln, wollte mich aber auch nicht im Mai - mitten im Semester - mit Computerproblemen herumschlagen müssen. Also installierte ich gestern kurzer Hand die neueste Vorabversion von Fedora 15 - die so genannte "Alpha" [2].

Um reibungslos eine Versionsnummer überspringen zu können, installierte ich das ganze System neu und dabei wurde mir wieder bewusst, wie einfach das bei modernen Linux-Distributionen inzwischen geht: Alles wird über grafische Oberflächen gesteuert. Wer keine Ahnung hat, muss kaum mehr machen, als immer auf "Weiter" und "OK" zu klicken. Für versierte Tüftler bleibt trotzdem die Möglichkeit, bei jedem Schritt eigene Änderungen vorzunehmen.
Nach der Installation steht dann alles fertig vor einem, sogar Browser, Email-Software und Media-Player sind enthalten. Alles ist selbsterklärend und sieht dabei gar nicht mal schlecht aus. Neue Software installiert man über eine Art Katalog, die Paketverwaltung - natürlich auch inzwischen mit übersichtlicher grafischer Oberfläche.

Neben vielen Bugs - es handelt sich ja noch um eine frühe Test-Phase von Fedora 15 - erwarteten mich auch eine neue grafische Oberfläche (Gnome 3 mit der umstrittenen Gnome-Shell [3]), die neue Version 4 von Firefox [4] und das neue LibreOffice [5] - Konkurrenz-Produkt zu OpenOffice.Org, dass ja jetzt seit Oracles Übernahme durch Sun in Verruf geraten ist - wohl verdientermaßen.
Wer schon nicht auf Linux umsteigen möchte - es könnte einfacher wirklich nicht sein -, sollte sich wenigstens überlegen, OpenOffice.Org zu verbannen und dem inzwischen auf deutschem Boden verankerten [6] LibreOffice den Vorzug zu geben.

  1. Administrator - 12.03.2011, 10:44 Uhr:
    Ein aufmerksamer Benutzer wies letzte Nacht in einem internationalen Fedoraforum darauf hin, dass OpenOffice.org nicht mehr über die Paketverwaltung erhältlich ist. Es musste komplett dem neuen LibreOffice weichen. Zwar kann man OpenOffice.org auch weiterhin über die Installationsdateien von der offiziellen Webseite installieren. Am Ende manifestiert sich in diesem Schritt aber doch eine (unnötige) politische Stellungnahme seitens Fedoras bzw. Red Hats.

    Dass LibreOffice auch als bevorzugte Office-Software in die Paketverwaltung hätte eingehen können, ohne OpenOffice.org ganz zu eliminieren, ist ein bemerkenswerter Punkt. Die aktuelle Vorgehensweise erinnert stark an Steve Jobs Verdammung des Flash-Plugins von seinen Apple-Betriebssystemen. Am Ende bleibt nur der Wermutstropfen, dass Fedora-Nutzer im Gegensatz zu iOS-Benutzern auch jenseits der offiziellen Paketverwaltung Software installieren können.
  2. Paul Lixton - 03.04.2011, 08:43 Uhr:
    Ich finde es logisch, dass OpenOffice aus Linux verbannt wird. Proprietäre Lizenzansätze sind Gift für Linux und würden einen langen, qualvollen Tod einleiten, wenn man sich darauf einlässt. Zudem hat die Verbannung von OpenOffice auch einen pädagogischen Effekt: "Versuch uns nicht mit deinen Lizenztricks zu bescheißen, sonst wirst du verbant". Das selbe gilt für den Flashplayer: Ich halte von den Apple - Restriktionen grundsätzlich nichts, aber den Flashplayer zu verbannen ist gut. HTML5 ist der richtige Ansatz.
  3. Administrator - 03.04.2011, 09:58 Uhr:
    Zum einen wird OpenOffice.Org (laut Wikipedia) unter der LGPL veröffentlicht. Ich weiß nicht, inwiefern das eine "proprietäre" Lizenz ist. Andererseits kann ich aber auch wieder verstehen, dass es nicht über das offizielle Fedora-Repository zu haben ist. Dann wäre aber wiederum sinnvoll es per RPM-Fusion o. Ä. anzubieten. Das macht man ja auch mit mehr oder weniger proprietären Audio-/Video-Codecs.
    Aber einfach sagen "HTML5 ist der richtige Ansatz" und deswegen alles Andere gewaltsam unterdrücken ist nun wirklich infam. Man könnte ja offiziell Stellung dazu nehmen, aber deswegen muss man es doch nicht verbieten. Bei Apple hat man ja gar keine anderen Installationsquellen als den AppStore. Und so einen Filter, so eine "pädagogische" Zielsetzung nennt man auch Bevormundung.


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Tags: Computer