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Schlagwort "Computer"

Ein gelungenes Experiment: 2,5 Zoll HDD über eSATAp

Mein Notebook [1] hat einen eSATAp-Anschluss. Was ist das eigentlich? Innerhalb eines Computers sind Festplatten mit so genannten SATA-Kabeln an das Motherboard zum Datenaustausch mit Arbeitsspeicher, Prozessor und all den anderen wichtigen Komponenten angeschlossen. Diese Kabel ermöglichen sehr schnelle Datenübertragung, können außerhalb des Gehäuses die weit verbreiteten USB-Kabel aber vor allem aus drei Gründen nicht ersetzen: Nach 50 "Steckzyklen" (Stecker rein und wieder raus) ist der Stecker und womöglich auch die Buchse verschlissen; außerdem sind SATA-Kabel nicht geschirmt (sie haben keine schützende Umhüllung gegen elektromagnetische Strahlung usw.); und schließlich kann über SATA-Kabel kein Strom übertragen werden - eine externe Fesplatte bräuchte einen zusätzlichen Stromanschluss, wenn sie mit SATA angeschlossen würde. Mit eSATA wurde eine Standard festgelegt, der so schnell wie SATA, aber geschirmt ist und 5000 Steckzyklen aushält.

Nicht zuletzt aus Platzgründen kam man vor ein paar Jahren auf die Idee, eine eSATA-Buchse mit einer USB-Buchse zu kombinieren. Der positive Nebeneffekt war, dass diese Buchse auch Strom liefern konnte, was reine eSATA-Buchsen bislang nicht vermochten. Dieser neue Anschluss erhielt den Namen Power-over-eSATA oder kurz: eSATAp.

Um zum Anfang zurückzukehren: Mein Laptop verfügt über einen solchen eSATAp-Anschluss und es wäre ja schade, wenn ich ihn nicht verwenden würde. Also entschloss ich mich kurzer Hand zum Kauf einer externen 2,5-Zoll-Festplatte mit eSATAp-Anschluss. Viel Auswahl gibt es da im Moment allerdings nicht. Neben einem qualitativ vielleicht nicht überragenden Modell von Verbatim [2] gibt es noch die Premium-Variante von LaCie, für die man aber leider über 120 Euro abdrücken muss [3].
Der unbekannte, drittklassige Computerzubehör-Hersteller DeLOCK stellt schon seit längerer Zeit Peripherie-Geräte mit eSATAp-Anschluss her. Darunter auch das "2,5 Inch External enclosure SATA HDD > Power over eSATA", ein Festplattengehäuse für unter 25 Euro  [4], das mit dem gefragten Anschluss ausgestattet ist. Kombiniert mit einer Samsung HM500JI [5] kam ich auf einen Gesamtpreis von unter 80 Euro.

DeLOCK ist kein bekannter Hersteller und ich würde ihn auch nicht vom ersten Eindruck her in eine Reihe mit RaidSonic, Western Digital oder Seagate einordnen. Allerdings haben Produkte dieses Herstellers schon gut in diversen Tests abgeschnitten und tatsächlich war ich positiv überrascht, als ich den Produktkarton öffnete: Zum einen macht schon der Produktkarton mit Magnetverschluss einiges her - wenn auch nicht von Seiten des Bedruckungsdesigns. Zum anderen lagen dem stabil wirkenden Alu-Gehäuse neben einer billigen Kunstlederhülle auch ein Y-USB-Kabel, ein eSATAp-Kabel und Schräubchen samt passendem Schraubenzieher bei.
Die Festplatte wird tatsächlich mit vier kleinen Schräubchen fixiert und die Stabilität des Gehäuses mit zwei weiteren Schräubchen garantiert. Das macht einen soliden Eindruck. Eine große Status-LED weist vertrauenserweckend auf die Bereitschaft der Festplatte hin und tatsächlich: Unter Fedora 13 wird die externe Festplatte über den eSATAp-Anschluss ohne weiteres erkannt und die Daten können ohne weitere Konfiguration hin- und herrasen. Einziges Manko ist, dass eSATA-Kabel generell ziemlich dick (breit) und starr sind. Das etwa 50 cm lange Kabel wirkt daher etwas sperrig. Man sollte übrigens auch von der beigelegten Kunstlederhülle nicht allzu viel erwarten. Bilder vom Gehäuse gibt es mit Klick auf das Artikel-Bild!

Ich erstellte also eine große logische Partition auf der Fesplatte, formatierte in NTFS und startete meinen Laptop mit der SystemRescueCD (von einem USB-Stick). Ein Komplett-Backup meiner SSD benötigte nur gut 42 Minuten:

$ dd if=/dev/sda bs=64K > /media/esata/fedora.img
128035676160 bytes (128 GB) copied, 2532.31 s, 50.6 MB/s

Die Geschwindigkeit lässt sich sehen: 2,5-Zoll-Festplatten haben einen durchschnittlichen Datendurchsatz von 50 bis 60 Megabyte pro Sekunde. Das heißt, die Übertragungsrate des eSATAp-Kabels hat der Platte vermutlich viel abverlangt. Deutlich höhere Übertragungsraten sind theoretisch möglich und mit einem externen SSD-Speicher werden in Tests tatsächlich bis zu 160 MByte pro Sekunde erreicht [6].
Zur verbauten Festplatte lässt sich sagen, dass sie zwar nach den 42 Minuten Dauerbelastung eine beachtliche Temperatur erreichte, sich aber rundum flüsterleise verhält. Von Samsung-Festplatten hört man generell ja nur Gutes und für den Notfall gibt der Hersteller auch großzügige 3 Jahre Garantie auf seine Festplatten.

  1. tovotu.de/archiv/448-Len...-T400s-und-Fedora-13-x8664
  2. amazon.de/gp/product/B00...54&creativeASIN=B002WD17YG
  3. amazon.de/gp/product/B00...54&creativeASIN=B0037NR8NE
  4. amazon.de/gp/product/B00...54&creativeASIN=B001TA1LEO
  5. amazon.de/gp/product/B00...54&creativeASIN=B002842SRY
  6. chip.de/artikel/Test-Die...nittstelle-3_36737179.html

10.07.2010 11:41 - Tags: Computer Produkte

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Lenovo ThinkPad T400s und Fedora 13 (x86_64)

Es ist Sommer, Ende Juni, in den frühen Abendstunden: Die Schatten beginnen lang zu werden, aber unter der Markise auf meiner Terrasse ist es noch angenehm warm; in der Sonne ist es gar nicht auszuhalten. Ich sitze auf einem bequem gepolsterten Gartenstuhl vor einem runden Gartentisch, auf dem ein seriöser, schwarzer Laptop steht: ein ThinkPad T400s von Lenovo (Modell-Nr. 2808-D9G).
Auf dem entspiegelten Display erkennt der Computer-Kenner eine Gnome-Oberfläche und bei genauem Hinschauen wird der ein oder andere vielleicht auch des kleinen Fedora-Logos in der linken oberen Ecke gewahr. Ja, ganz richtig: auf diesem ThinkPad tummelt sich ein Fedora in der dreizehnten Version (das ist eine der großen Linux-Distributionen).

Mit dem neuen Laptop habe ich mich mal richtig in Unkosten gestürzt. Allerdings muss ich zugeben, dass der aktuelle Neukauf-Preis eines ThinkPads T400s mit den gewünschten Ausstattungsmerkmalen meinen finanziellen Rahmen überstrapaziert hätte. Mit SSD, Webcam, WWAN (UMTS,GSM,GPS) und 4GB RAM schlagen die nämlich mit über 1700 Euro zu Buche. Und die Angebote für Lehre und Forschung ("Studentenrabatt") umfassen nur die neuere Modellreihe T410s und sind daher kaum billiger [1].
Einen günstigeren Preis erhielt ich, weil ich ein Gerät aus dem internationalen Demopool von Lenovo kaufte. Lenovo leiht seine Laptops nämlich kostenlos und unverbindlich für einen kurzen Zeitraum an Unternehmen, damit die testen können, ob die Laptops für ihren Einsatzzweck geeignet sind. Die Laptops kommen danach zu Lenovo zurück. Um aus diesen "Gebrauchtgeräten" noch Geld zu machen, werden sie (in Deutschland) über den Online-Händler NBWN verkauft [2]. Der stellt manche Einzelstücke auch als Auktion in seinen Ebay-Shop [3] und da lassen sich wirklich sensationell günstige Schnäppchen machen, wie eben beispielsweise mein T400s für 1050 Euro inklusive Versand. Ein kleines "Zusatzfeature" ist dabei in meinem Fall das dänische Tastaturlayout. Das heißt aber nicht viel: Die dänische Tastenbeschriftung macht technisch überhaupt keinen Unterschied. Und weil ich ohnehin blind tippe, merke ich den optischen Unterschied nie.

Was das ThinkPad T400s so besonders macht und den extrem hohen Preis rechtfertigt, wurde schon in vielen Tests analysiert und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt nicht nur bei diesem günstigen Demopool-Preis [4][5]: Das T400s hat einen 14-Zoll-Bildschirm und wiegt trotzdem nur 1,7kg. Zum Vergleich: Ein MacBook Pro mit 13 Zoll bringt über 2kg auf die Waage. Außerdem ist auch dieses Modell mit den typischen ThinkPad-Features ausgestattet: Tastaturbeleuchtung, Fingerabdrucklesegerät, TrackPoint (der rote "Knubbel" in der Mitte der Tastatur, mit dem der Mauszeiger bedient werden kann, ohne die Finger aus der Tippposition zu nehmen) und natürlich das unheimlich hochwertige und robuste Gehäuse.
Daneben finden wir im T400s ein entspiegeltes Display - leider machen sich in modernen Laptops gerade die spiegelnden und billigeren Brüder breit, mit denen man neben den Bildschirminhalten immer auch sich selbst bewundern darf. Dazu eine 2-Megapixel-Festfokus-Webcam und ein Multitouchpad. Außerdem hat man das Leichtgewicht mit DisplayPort- und eSATA-Anschluss ausgestattet. Das absolute Highlight bleibt aber das Solid State Drive (SSD) mit (leider nur) 128 GB: Damit starten das Betriebssystem und alle installierten Programme sensationell schnell. Für alle Alltagsaufgaben von Surfen, Chatten und Emailschreiben bis Musikhören und Texte schreiben ergibt sich damit ein ungemeiner Gewinn an Komfort, diese Funktionen sind nämlich quasi sofort nach dem Betätigen des Einschaltknopfs verfügbar.

Mit dabei war ein Windows 7 Professional - allerdings die 32bit-Version auf Englisch und Dänisch. Ein deutsches Sprachpaket zu installieren ist zwar überhaupt kein Problem [6], aber ohne Unterstützung für 64bit schrumpft mein Arbeitsspeicher softwareseitig auf 3 GB. Da wäre es natürlich schwachsinnig, nicht umzusteigen. Und wohin steigt man wohl als armer angehender Student? Zu kostenlosen Linux-Systemen natürlich! Und das ist dank der großartigen Linux-Kompatibilität von ThinkPads überhaupt kein Problem. Weil mir aber das weit verbreitete Ubuntu zu aufgeblasen war, fiel meine Wahl auf Fedora. Wie das aussieht, könnt ihr mit einem Klick auf das Artikelbild bewundern.
Achtung! Wer ein neues Betriebssystem auf seinem ThinkPad installieren will, sollte vorher ein Recovery-Medium erstellen, indem er im Arbeitsplatz auf die Recovery-Partition doppelklickt. (Mit Recovery-Medien kann man den Auslieferungszustand des Laptops jederzeit uneingeschränkt wiederherstellen.)

Abschließend kann ich nur noch mal betonen, was für ein wunderbares Stück Technik ich hier erworben habe. Ich habe zwar "nur" noch zwei Jahre und vier Monate Garantie, aber das T400s macht nicht den Eindruck, als würde es so leicht seinen Geist aufgeben. Und Linux ist einfach "swift, simple and sexy" - endlich habe ich das Gefühl, ich hätte meinen Computer hinreichend unter Kontrolle.
Ich kann nur jedem, der ein Notebook kaufen will, empfehlen, ein paar Groschen mehr zu investieren. Für das "look and feel" eines ThinkPads lohnt sich das allemal. Dabei sei allerdings zugegeben, dass man mit einem ThinkPad keine Äpfel-Käufer beeindrucken kann: Äußerlichkeiten und Oberflächlichkeiten sind manchen Menschen eben immer noch wichtiger als die klassischen inneren Werte. Doch ein Äpfel-Käufer ist immerhin noch cleverer als jemand, der sich mit aufgeblasenen Fenstern, die ganz verdächtig wie Äpfel aussehen, zufrieden gibt.

  1. ok1.de
  2. nbwn.de
  3. stores.ebay.de/Notebooks-wie-Neu
  4. notebookcheck.com/Test-L...400s-Notebook.20960.0.html
  5. notebookjournal.de/tests...ad-t400s-nsdd4ge-nkdg-1016
  6. denniskoerner.de/blog/20...f-andere-sprache-umstellen

28.06.2010 20:35 - Tags: Computer Produkte

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MP3s auf USB-Sticks umsortieren und auf ID3v1 reduzieren

Wir befinden uns im Zeitalter von Unicode und ID3v2.3 und von Computersprachen wie Java und Ruby und trotzdem kursieren nach wie vor MP3-Abspielgeräte, die MP3-Dateien in der Reihenfolge abspielen, in der sie ehemals vom Computer auf den Datenträger geladen wurden - also nicht in der alphabetischen Reihenfolge der Dateinamen und schon gar nicht in der Reihenfolge der in den ID3-Tags gespeicherten Alben und Tracknummern.

Das Problem der gewünschten Abspielreihenfolge habe ich insbesondere beim Abspielen von USB-Sticks mithilfe meines Autoradios "Blaupunkt Victoria SD 48" [1]. Die Reihenfolge, in der die Dateien tatsächlich abgespielt werden, hat übrigens nichts mit dem Datum der letzten Änderung oder mit dem Erstelldatum zu tun. Es handelt sich wirklich um genau diejenige Reihenfolge, in der die MP3-Dateien ursprünglich auf den Datenträger übertragen wurden - das ist die Reihenfolge, in der die Dateien in der FAT-"Dateizuordnungstabelle" stehen.

Um diese Reihenfolge zu ändern, muss man entweder alle Dateien löschen und neu in der gewünschten Reihenfolge übertragen oder man begibt sich auf die Suche nach einem Programm, dass direkt auf die Dateizuordnungstabelle zugreifen kann. Vor kurzem konnte ich je ein solches Programm für Windows- und UNIX/Linux-Systeme ausfindig machen.
Die Bedürfnisse von Windows-Nutzern werden über die komfortable und übersichtliche Software ReOrganize [2] befriedigt. Bei der Benutzung kommt es bisweilen zu nicht näher spezifizierten Fehlermeldungen: Die Sortierung hat nicht den gewünschten Erfolg - wiederholt man den Sortierungsprozess allerdings danach, funktioniert alles einwandfrei. Mit ReOrganize lassen sich auch direkt neue Dateien in gewünschter Reihenfolge auf den Datenträger übertragen.
UNIX/Linux-User müssen - wie so häufig - auf ein Konsolenprogramm zurückgreifen: FATSort [3]. Wobei dafür auch eine graphische Oberfläche existiert, die aber weitaus weniger komfortabel ist als die von ReOrganize.
Beide Programme funktionieren mit den unter MP3-Playern und USB-Sticks weit verbreiteten Dateisystemen FAT16 und FAT32.

Ein weiteres Problem ist das Auslesen und die Anzeige der Titel-Information aus den ID3-Tags. Wieder stellt mein Autoradio das Problem dar: Das "Blaupunkt Victoria SD 48" liest nur Tags der Version 1 aus. Besonders ärgerlich ist, dass das Gerät überhaupt keine Informationen anzeigt, wenn die Tags sowohl in Version 1 als auch in Version 2 vorliegen.
Um die ID3-Informationen entsprechend anzupassen, bietet sich die Software MP3Tag an (leider nur Windows) [4]. In den Programm-Optionen lässt sich hier detailliert einstellen, welche ID3-Versionen gelesen, geschrieben und gelöscht werden sollen. Um nur ID3v1-Tags zu erhalten, stellt man ein, dass alle ID3-Tags gelesen werden, nur ID3v1 geschrieben wird und alles außer ID3v1 gelöscht wird (s. auch Klick auf Abbildung rechts). Danach markiert man alle gewünschten Dateien und klickt erst "Datei -> Tag Speichern", dann "Datei -> Tag entfernen".

Dieses Prozedere ist natürlich ein völlig übertriebener Aufwand, wenn man es an dem misst, was mit heutiger Software und Hardware eigentlich auf Seiten des Abspielgeräts möglich sein sollte. Da kann man nur hoffen, dass die Hersteller in Zukunft nicht mehr an diesen Stellen sparen werden.


[1] tovotu.de/archiv/371-Skoda-Fabia-II-Reimport
[2] oliver-frietsch.de/reorganize
[3] wiki.ubuntuusers.de/FATSort
[4] mp3tag.de

    Drachen-Konferenz in der deutschen Hauptstadt

    Zwischen den Jahren füllt sich das Berlin Congress Centrum sowie einige Berliner Turnhallen mit Menschenmassen ungewöhnlicher Art. Seit dem 27. Dezember strömen aus aller Welt Technik- und Computerbegeisterte auf die alljährliche Gesamtkonferenz des Chaos Computer Clubs (CCC) namens Chaos Communication Congress [1].

    Der CCC wird bisweilen als Hacker-Verein bezeichnet. Es handelt sich um eine Vereinigung von Menschen, die sich um sicherheitstechnische und ideologische Probleme der modernen Welt Gedanken machen. Ihre Gedanken äußern sie häufig lautstark in den Medien und vor der Politik. Der CCC hat im vergangenen Jahr Begriffe wie "Stasi 2.0" und "Zensursula" geprägt, die in der so genannten Netzgemeinde großen Gesprächsbedarf weckten.

    Ich war also dabei, als sich jener Verein dieses Jahr zum 26. Mal in Berlin versammelte und zu diesem Zwecke Interessierte aus aller Welt einlud. Von dem viertägigen Kongress erlebte ich jedoch nur den ersten Tag mit: Mit Übernachtung und den einigermaßen hohen Eintrittsgeldern konnte ich nur auf die Art im finanziellen Rahmen bleiben. Ursprünglich wollte ich auch am zweiten Tag teilnehmen, musste aber feststellen, dass bereits alle Tagestickets ausverkauft waren, als ich nach Mittag am Veranstaltungsort auftauchte.
    Die Zugfahrt hin und zurück war übrigens dermaßen verworren, dass sie einen eigenen Artikel einnehmen könnte. Darauf, wie auch auf Unterbringung und das Berliner Rahmenprogramm, will ich an dieser Stelle nicht eingehen.

    Das Kongressprogramm bestand vorrangig aus Vorträgen, die sich grob zusammengefasst um Gesellschaft, Kultur und Technik drehten. Die Dozenten waren meistens privat motiviert, bisweilen gab es aber sogar Mitglieder der Leitung internationaler Software-Projekte. Dementsprechend wurden Vorträge ebenso häufig auf mehr oder weniger gutem Englisch wie auf Deutsch gehalten. Ebenso durchwachsen wie die behandelten Themen war auch die Qualität der Vorträge. Die drei geräumigen Vortragssäle waren jedoch stets zum Überlaufen gefüllt, sodass das Personal vom Haus seine Not damit hatte, Brandschutzbestimmungen wie Fluchtkorridore zu wahren.

    Besondere Begeisterung brachte das Publikum gewöhnlich vor allem für politisch-ideologische Themen mit, wo sie auch gerne mal in fanatisch anmutende Beifallsstürme ausbrachen, wenn beispielsweise die Leitung des WikiLeaks-Projektes ihre Pläne für die Durchbringung eines speziellen Gesetzes in Island offenlegte [2].

    Neben den Vorträgen gab es einige Stände an denen Bücher, Accessoirs und technische Bausätze verkauft wurden. Außerdem fanden zahlreiche vor allem inoffizielle Workshops statt und einige Bastler stellten ihre Roboter, Mikrokopter, Leuchtdioden-Bausätze und Computerexperimente vor. Es gab sogar eine Spielecke für Kleinkinder und natürlich war für das leibliche Wohl gesorgt.
    Zu essen gab es dabei alles, was einfach zuzubereiten ist und in den Haushalt eines typischen Computer-Liebhabers gehört: Chili con Carne, Pizza, Sandwiches. Neben den üblichen Getränken fiel ein besonderes Szene-Getränk auf: "Club-Mate". Es handelt sich um einen Eistee aus dem lateinamerikanischen Mate-Tee, der mit reichlich Koffein, Zucker und Kohlensäure versetzt wurde. Geschmacklich erinnert es zunächst an Sprudelwasser, das mit Zucker und Zigarettenkippen versetzt wurde. Hat man sich einmal daran gewöhnt, kann man sich aber auch einbilden, es handle sich um Eistee mit Kohlensäure.

    Meine Begleitperson und ich passten im Grunde ziemlich schlecht in die Zielgruppe der Veranstaltung hinein: Uns fehlte die Technikversiertheit, der ideologische Fanatismus und schließlich auch das richtige Alter. Das Altersmittel befand sich nämlich wohl eher bei Ende zwanzig.
    Natürlich führte jeder Besucher außer uns einen Laptop mit, bisweilen waren iPhone-Benutzer vertreten. Erstaunlich war der hohe Anteil an Apple-Laptops: Aus den Vorträgen ging nämlich hervor, dass man dem Kapitalismus zu frönen eigentlich eher nicht geneigt war.
    Dass wir nicht zur Szene gehörten, zeigte sich auch bisweilen an der Unkenntnis einiger Begriffe aus dem Fachjargon. Besonders beliebt schien es zum Beispiel, Papier mit "toter Baum" zu bezeichnen.
    Befremdlich mutete es an, mitten im Aufenthaltsraum unter all den plaudernden, trinkenden, essenden und bastelnden Menschen einen zu sehen, der sich mit dem Laptop Porno-Filme anschaute. Was das für einen tieferen Sinn hatte, blieb uns verborgen.

    Zusammenfassend stellt sich der 26C3 sicherlich als ein großes Event im Terminkalender eines Hackers dar. Für uns als Außenstehende ist das allerdings nicht in jeder Hinsicht gleich einsichtig. Aus objektiver Sicht lässt sich sagen, dass es sich im Grunde um eine Versammlung von Liebhabern handelt: So ist einerseits die Qualität mancher Vorträge eher zum Abgewöhnen. Andererseits werden bisweilen Themen ausgerollt, die eher jenen grundlagenforschenden und realitätsfernen Charakter haben, den man oft bei Dilettanten feststellt, den ich damit aber nicht unbedingt negativ bewerten will.


    [1] events.ccc.de/congress/2009/wiki/Welcome
    [2] golem.de/0912/72094.html

      29.12.2009 16:37 - Tags: Exkurs Computer

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      iCal-Dateien für Kalenderanwendungen

      Wer eine Kalendersoftware wie Evolution, Kontact, Thunderbird Lightning, Sunbird, Apple iCal, Microsoft Outlook oder auch einfach eine entsprechende Webapplikation wie Google Calendar oder den Kalender bei Facebook in Benutzung hat, der wird sich früher oder später vielleicht wünschen, dass da neben seinen privaten und geschäftlichen Terminen und Aufgaben auch die gesetzlichen Feiertage oder die bundeslandspezifischen Schulferien eingetragen sind.

      Aber weil es sehr mühsam ist, diese Daten einzeln irgendwo abzutippen, gibt es praktischerweise überall über das Internet verstreut so genannte iCalendar-Dateien, die diese Informationen für einen bestimmten Zeitraum bereits enthalten.
      Dummerweise sind diese Dateien aber tatsächlich gar nicht so leicht zu finden, wie man vielleicht zuerst meinen würde. Insbesondere nicht, wenn man sinnvollerweise nach einer Webseite sucht, auf der direkt die Daten speziell für das eigene Bundesland und über einen längeren Zeitraum als nur ein Jahr zu finden sind.

      Doch es gibt eine Seite, die seriös wirkt und gleichzeitig ihre Daten immer auf dem aktuellsten Stand hält: Schulferien.org [1]. Dieses Infoportal wartet nämlich nicht nur mit bundeslandspezifischen Schulferien, sondern auch mit den passenden Feiertagen auf. Und die gibt es nicht nur für das laufende, sondern auch für die nächsten paar Jahre gleich mit.
      Außerdem hat man die Wahl zwischen vielen verschiedenen Formaten und darunter ist eben auch jenes nützliche iCalendar-Format.

      Eine solche iCalendar-Datei endet stets auf ".ics". Um sie in eine Kalenderanwendung einzubinden, lädt man sie herunter und sucht dann in der entsprechenden Anwendung einen Menüpunkt "Kalender importieren ...". Jetzt muss nur noch die ics-Datei ausgewählt werden und schon hat man alle gewünschten Daten in den eigenen Kalender übertragen.

      [1] schulferien.org/iCal

        23.10.2009 12:44 - Tags: Computer Internet

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