archiv

« » September 2010
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Heute
    2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30      

tagwolke

feed

statistik

#artikel 362
#kommentare 381
#gbuch-einträge 35
#links 583
#besucher 25050
heute 2
diesen monat 211
letzten monat 2940
netcup Webhosting - 1 GB Space, Traffic kostenlos, 1,79 Euro

related

partnerseiten

  • flatony.de
  • e.at.chi.kaen - Yet another stupid Weblog
  • Flatony@MySpace

Schlagwort "Konzerte"

Berghain - Quelle musikalischer Inspiration

In Deutschlands Hauptstadt steht ein unscheinbares, eher heruntergekommenes, ausgedientes Heizkraftwerk, das es seit 2004 in sich hat. Jedes Wochenende - und nicht nur dann - finden sich dort ungeheure Menschenmassen ein. Von infernal lauter Musik begleitet überdauern die dort stattfindenden exzessiven Ausschreitungen nicht nur die Nacht, sondern oft auch den nächsten Tag.
Bei dieser Örtlichkeit, die ein beeindruckter Rezensent im Internet als "Hölle auf Erden" bezeichnete, handelt es sich um einen Club, nach seinem Standort im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg "Berghain" betitelt.

Wovon ich hier berichte, liegt jenseits meiner persönlichen Erfahrungen - ich stand noch nie leibhaftig vor besagtem Gebäude, noch weniger erlebte ich eine der berühmten Ausschreitungen selbst mit.
Mein Wissen begründet sich also alleine auf Berichte - hauptsächlich aus dem Internet, das ja so gerne zu übertreiben beliebt.

Meinen Blick hat das Berghain aber nicht allein aufgrund seiner partytechnischen Superlativen auf sich gezogen. Es ist vielmehr ein Blick auf das außergewöhnliche, umfangreiche und vielfältige Veranstaltungsprogramm [1], das meine Neugierde zu wecken vermochte.
Als ich vor gut einem Monat von der französischen Combo "Aufgang" berichtete [2], war ich von einem entsprechenden Konzert im Berghain inspiriert worden. Nicht erst seit dieser Entdeckung lasse ich ab und an meinen Blick über die kommenden Veranstaltungen im Berghain schweifen - immer auf der Suche nach neuer musikalischer Inspiration.

Und die gibt es dort en masse. Mehrmals im Monat findet im Berghain ein "Elektroakkustischer Salon" statt, zu dem überwiegend Künstler der internationalen "Avantgarde" (eine freie Einstufung meinerseits) geladen werden. Außerdem finden immer wieder Konzerte von Musikern statt, von denen man außerhalb des Berghain-Programms kaum etwas zu hören bekommt, die aber bei näherer Betrachtung nicht selten unglaubliches Potenzial ausstrahlen.

Zwar wäre es wohl am besten, man lebte in der Nähe Berlins und könnte das ein oder andere Konzert im Berghain selbst miterleben; solange sich mir diese Möglichkeit nicht bietet, werde ich mich mit der Inspiration abfinden müssen, die ich durch den staunenden Blick ins Programm erlange.


[1] berghain.de/events
[2] tovotu.de/archiv/434-Ein...f-elektronischen-Hhenflgen

    29.04.2010 22:32 - Tags: Musik Konzerte

    Druckversion / kommentieren / verlinken

    Gute Idee - wenig überzeugend umgesetzt

    Unter der Bezeichnung "Gesprächskonzerte" gibt der in Deutschland lebende amerikanische Pianist David Andruss [1] seit einiger Zeit Klavierkonzerte, bei denen er alle Stücke, die er vorträgt, mit Hintergrundinformationen bereichert.
    Laut Andruss ist das an Musikhochschulen eine sehr gängige Methode des Dozierens. Er hält sie allerdings offensichtlich für massentauglich und traut sein Programm der (Fuldaer) Öffentlichkeit zum wiederholten Male zu - offenbar mit großem Zuspruch.

    Diese Mischung aus Konzert und musiktheoretischem Vortrag begegnete mir erstmals, als ich vor wenigen Jahren auf die "lectures" von Andras Schiff für die britische Tageszeitung "The Guardian" stieß, die kostenlos im Internet abrufbar [2] sind. Einem brillanten Pianisten wie Andras Schiff entsprechend ist hier die herausragende Qualität der Beiträge kaum verwunderlich.
    Zuletzt traf ich diese Form des Vortrags in Thomas Manns "Doktor Faustus" [3] an, wo der stotternde Wendell Kretzschmar bei öffentlichen und wenig besuchten Veranstaltungen dieser Art seine teilweise kuriosen Theorien zu musikalischen Themen äußert.

    Da ich heute also an einem Gesprächskonzert von David Andruss einen Teil des Publikums bildete, musste der arme Pianist sich in meinem Kopf unweigerlich mit diesen beiden Idealbildern messen. Natürlich ist er im Vergleich unterlegen - doch dazu später mehr.

    Mit Beginn um 17 Uhr konnte man das Gesprächskonzert noch gar nicht als Abendveranstaltung bezeichnen. Nach ungefähr 100 Minuten wurde man nämlich auch bereits vor 19 Uhr wieder entlassen.
    Als Räumlichkeit diente der Veranstaltungssaal von wohnenplus nahe dem Fuldaer Stadtschloss. In dem fürchterlich kleinen, schlecht belüfteten und klimatisierten Räumchen, dessen Akkustik nicht nur durch einige Säulen gestört wurde, hatte man Andruss mit einem mittelgroßen Flügel ausgestattet, dessen Klang dort unmöglich zur Geltung kommen konnte.
    Die Voraussetzungen waren also schon ungünstig. Sie prallten aber unmittelbar mit David Andruss' Programm zusammen, weil der das Publikum in gewissem Maße um den gesprochenen Anteil seiner Veranstaltung betrog. Was er sagte, war höchst interessant und anschaulich, doch es war zu wenig: Die Bezeichnung "Gesprächskonzert" lässt mehr erwarten; die Akkustik des Raumes ließ es auch nicht zu, den gespielten Anteil zulasten des Gesprächs unnötig zu expandieren; und zuletzt bin ich eine angenehmere Mischung von den "lectures" und aus Doktor Faustus gewohnt.
    Ich persönlich bekam das Gefühl, der Pianist wolle sich mehr in seinen musikalischen Fähigkeiten denn in seinem Wissen baden. Dem Publikum, dessen Altersdurchschnitt wohl nahe am Rentenalter lag, gefiehl das offenbar gar nicht schlecht. Ich selbst fand seine pianistischen Leistungen nur wenig befriedigend. Es schien fast so, als habe er sich mit Chopins Scherzi, Waltzern und Etüden für diesen Abend übernommen. Das hätte ich ihm nicht verübelt, hätten diese musikalischen Vorträge den Gesprächsanteil nicht so beschnitten.

    Resümierend musste ich leider mehr Tadel als Lob verlauten lassen. Doch meine Vergleichsbilder sind, wie erwähnt, sichtlich Idealbilder und lassen meine Kritik etwas unfair ausfallen. Der Fairness halber muss ich also lobend erwähnen, dass überhaupt endlich mal jemand die Kultur des Gesprächskonzerts aufs Fuldaer Parkett gebracht hat. Angesichts des eher laienhaften Publikums räume ich auch ein, dass hochtrabende musiktheoretische Erörterungen wenig Anklang gefunden hätten.
    Ich würde es also im Großen und Ganzen durchaus begrüßen, wenn Herr Andruss die Kultur des Fuldaer Raums auch weiterhin mit Gesprächkonzerten bereichern würde. Vielleicht stellt man ihm dann auch mal bessere Räumlichkeiten zur Verfügung und mit zunehmendem Erfolg wird er vielleicht wagen, den Redeanteil merklich zu erhöhen. Ich würde es Fulda wünschen.

    [1] davidandruss.com
    [2] music.guardian.co.uk/cla...al/page/0,,1943867,00.html
    [3] tovotu.de/archiv/412-Der...torische-Faust-der-Neuzeit

      25.04.2010 21:26 - Tags: Konzerte

      Druckversion / kommentieren / verlinken

      Faun akustisch im bestuhlten Kreuz

      Seit ich das letzte Mal in den Genuss eines Faun-Konzertes kam, sind nun schon drei Jahre vergangen [1]. Damals spielten die Meister des Pagan-Folk in Fuldas Kulturkeller (der wird inzwischen oft Museumskeller genannt). Sie hatten gerade das Album "Totem" herausgegeben, das sich dadurch auszeichnete, dass ungewöhnlich viele musikalische Elemente durch die elektronische Unterstützung hinzugekommen waren. Außerdem wurde die Drehleier noch von Elisabeth Pawelke gespielt, die auch ihre wunderschöne Stimme zum Einsatz kommen ließ.

      Drehleier sowie Gesangsstimme wurden 2008 von Sandra Elflein übernommen. In der neuen Konstellation durfte ich die Band nun am vergangenen Samstag bewundern. Dieses Konzert unterschied sich in bemerkenswert vielen Details von dem Konzert, dem ich zuletzt beigewohnt hatte: Das atmosphärisch wertvolle Gewölbe des Museumskellers wurde durch die kantig-industrielle Kälte des Kulturzentrums Kreuz ersetzt, das mit Bestuhlung befremdlich anmutete.
      Außerdem stellten die Faune dem Fuldaer Publikum an diesem Samstag unter anderem ihr Album "Buch der Balladen" [2] vor und musizierten nach dem "Akustik"-Prinzip: Elektronik diente nur der Verstärkung und nicht der Erweiterung des musikalischen Repertoires.

      Musikalisch wie stimmungstechnisch fand ich die Faune also gewandelt vor. Das Kreuz war gut gefüllt und es wurde deutlich, dass der enge Museumskeller für den Besucherandrang womöglich nicht hätte herhalten können. Trotzdem passte die Örtlichkeit einfach gar nicht zum Stil der Gruppe. Den Part, der in ihrer eigenen Macht lag, machten die Faune aber sehr richtig: die musikalische Abendgestaltung.

      Die Band präsentierte sich nämlich nicht nur in einer (für mich) neuen Formation, sondern es fanden sich in der Playlist auch eine Handvoll Stücke, die bis jetzt auf keinem Album zu finden sind, und die alten Stücke waren stets bereichert durch Soli und leichte aber merkliche musikalische Variationen.

      Die Eigenleistung der Faune war die 20 Euro Eintritt also durchaus wert. Ich wünsche mir fürs nächste Mal nur wieder eine passendere Location.

      [1] tovotu.de/archiv/64-Die-Faune-in-Fuldas-Untergrund
      [2] tovotu.de/archiv/407-Alt...Ehre-Das-Buch-der-Balladen

        22.02.2010 19:00 - Tags: Konzerte

        Druckversion / kommentieren / verlinken

        Das "Alter" hat die Piesel eingeholt

        Am gestrigen Samstag, 30. Januar 2010, fand seit über 8 Monaten endlich wieder eine Ska-Night statt. Seit ich erstmals in den Genuss einer solchen Ska-Night kam, sind inzwischen ungefähr fünf Jahre und viele weitere Ska-Nights vergangen. Ich muss leider sagen, dass die Alte Piesel zu Dirlos mich gestern vielleicht das letzte Mal als Besucher hatte.

        Spätestens Ende des Jahres 2008 begannen die Veranstaltung in der Alten Piesel langsam an Qualität zu verlieren. Es fanden insbesondere immer weniger Ska-Nights und immer mehr Band-Abende anderer Art statt, an denen häufig blutjunge Newcomer-Bands ihre ersten Gigs erlebten. Ein Blick in den Veranstaltungskalender verschob das Bild sogar noch in eine andere Richtung: Immer mehr Ü30-Events wie die wöchentlich stattfindenden Flower-Power-Dancenights überfluteten das Programm.
        Die Ska-Nights und sonstigen Band-Abende verloren dementsprechend auch zunehmend ihr Publikum. Als ich 2009 das letzte Mal in der Alten Piesel war, erklärte man die Veranstaltung bereits vor 0 Uhr für beendet, nachdem kaum 30 Besucher erschienen waren.

        Inzwischen hat sich die Alte Piesel anscheinend gänzlich von dem ehemaligen Image einer Party-Zuflucht junger Teenager, die aufgrund ihres Alters nirgends hereingelassen wurden, verabschiedet: Am gestrigen Abend musste ich feststellen, dass der Altersdurchschnitt im ohnehin schon erschreckend kleinen Publikum über die 30 gerutscht war. Ich erblickte sogar einige, die sich gemütlich mit Rotweingläsern an Tischen niedergelassen hatten.
        Entgegen der Ankündigung im Internet verlangte man an der Abendkasse stolze acht Euro Eintritt - kein Wunder, dass da keine 15jährigen Teenager mehr kommen!
        Von den zwei angekündigten Bands war eine ausgefallen. Als Ersatz spielte zuerst eine Band namens "Alles Franziska", die so viel mit Ska zu tun hatte wie ein Beerdigungsmarsch. Kurz vor elf Uhr trat dann endlich Ska-Brot auf die Bühne, und die wenigen U20-Besucher wagten es immerhin jetzt, die Tanzfläche zu erobern.

        Abgesehen von dem kläglichen Haufen, der gestern in der Alten Piesel war, scheinen die Ska-Fans in Fulda ausgestorben zu sein. Es kann aber auch genauso gut sein, dass die Alte Piesel ihre Reize einfach völlig verloren hat. Mit hohen Eintrittspreisen und immer selteneren Veranstaltungen fürs junge Publikum, die dazu noch schlecht angepriesen und durchgeführt werden, ist die Piesel ihrer Bedeutung von vor vier bis fünf Jahren gänzlich verlustig gegangen.
        Für mich war es mit hoher Wahrscheinlichkeit der letzte Besuch in der Alten Piesel. Denn abgesehen davon, dass hier keine großen Exzesse mehr zu erwarten sind, werde ich noch dieses Jahr Fulda auf unbestimmte Zeit den Rücken kehren.

          Coppelius hilft aufs Neue

          Zwei Jahre und zwei Alben nach meinem letzten prägenden Erlebnis dieser Art [1], hatte ich am Donnerstag abend wieder das große Vergnügen, die Band Coppelius live on stage im Fuldaer Kulturkeller bei einem ihrer Konzerte zu bejubeln.

          Die Veranstaltung gestaltete sich ähnlich wie beim letzten Mal - und darüber berichtete ich ja schon ausführlich genug in meinem Artikel von damals [1]. Deswegen hier nur ein paar Details, die sich geändert haben.
          Angesichts des steigenden Bekanntheitsgrades der Band sind auch die Eintrittspreise etwas gestiegen: zwar um immerhin 50 Prozent in den letzten zwei Jahren, aber es ist immer noch moderat. Die preisliche Veränderung wurde im Grunde dadurch entschädigt, dass das Publikum neben Coppelius diesmal eine Vorband präsentiert bekam: "Remember Twilight". Die waren gar nicht mal so schlecht.

          Nun aber zum Höhepunkt des Abends. In der Tradition des 19. Jahrhunderts hatten die Musiker natürlich nichts Grundlegendes an ihrem großartigen Bühnenbild und der authentischen Inszenierung verändert. Nur Details lassen sich aufzählen: Zum einen hat der Butler seine Haare gestutzt und verhält sich insgesamt nicht mehr so rein "butlergemäß" - er hat also (leider) etwas an Authentizität eingebüßt. Außerdem war die Verkleidung der Musiker leicht verändert: Statt rein schwarz-weiß gab es jetzt bläuliche Anzüge, die etwas "befremdlich" wirkten.
          Zu guter Letzt hatte man natürlich die Playliste stark abgeändert. Mit zwei neuen Alben hat sich in den letzten zwei Jahren viel am Repertoire von Coppelius getan. Von den alten Klassikern waren selbstverständlich trotzdem wieder einige vertreten.

          Ein schöner Abend!

          [1] tovotu.de/archiv/2007/03/67-Coppelius-hilft

            14.03.2009 18:10 - Tags: Konzerte

            Druckversion / kommentieren / verlinken
            Startseite | Über tovotu | Impressum | Kontakt | Nach oben
            feedFeed abonnieren | Valid CSS | Valid HTML5
            hosted by netcup
            ©Copyright 2007 Impressum
            Seitenaufbau in: 0.081204 Sekunden.