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Dass ich zu Discotel gewechselt habe [1],
bringt mir nicht nur Vorteile: Die Mobilbox-Nummer ist
ungewöhnlich lang und kompliziert und meinen
Kontostand erfahre ich nur, indem ich eine SMS mit dem
Inhalt "Guthaben" an die 77277 schicke; das aktuelle
Guthaben wird mir dann per SMS zugeschickt. Diese
Methode ist aber entgegen der Erwartung schneller, als
es irgendjemand vermuten würde - ja, sogar schneller,
als irgendein physikalisches Gesetz erlaubt:
Heute verschickte ich um 19:11 Uhr eine solche
Guthaben-Anfrage und die Rück-SMS schien in Verzug zu
sein. Als ich aber nach einer Stunde auf mein Handy
schaute, war da eine ungelesene SMS und wie ich mich
gerade mit einem Blick in den Nachrichtenkopf über den
späten Versand ärgern wollte, musste ich feststellen,
dass man mir die SMS ja schon um 17:11 Uhr geschrieben
hatte. Also zwei Stunden, bevor ich überhaupt meine
Anfrage versandt hatte - da sage noch mal einer,
Discotels SMS Guthaben-Service sei langsamer als
*100#...
Als kleiner Junge
träumte ich immer von einem Taschenmesser mit richtig
vielen Funktionen. Zugegebenermaßen war ich nicht mal
im Besitz eines Taschenmessers mit wenigen Funktionen,
weil meine Eltern das für zu gefährlich und vor allem
für überflüssig hielten. Aber wenn ich im
Schaufenster von Waffenläden diese schönen roten
Schweizer Taschenmesser sah, versuchte ich stets das
größte unter ihnen ausfindig zu machen, um meinen
Blick dort erstmal einige Minuten voll Bewunderung
ruhen zu lassen.
Diese Leidenschaft ist mir inzwischen abhanden gekommen, aber als ich vor wenigen Tagen das Wenger "Schweizer Offiziersmesser Giant" [1] im Internet entdeckte, staunte ich dennoch nicht schlecht. Der Entwickler dieses Taschenmessers hat meine Kindesleidenschaft wohl bis ins Berufsleben beibehalten und sage und schreibe 83 Funktionen auf 24 Zentimetern untergebracht. Was ein so riesiges Gerät noch mit einem Taschenmesser zu tun hat, wird da plötzlich ganz nebensächlich. Man hinterfragt viel mehr, von welcher Tasche im Wort "Taschenmesser" eigentlich die Rede ist. Und 650 Euro erscheinen einem auch angemessen angesichts der einzigartigen Kombination aus Nagelfeile, Lupe, Metallfeile, Holzsäge, Leuchtdiode, Zange, Schere und natürlich unzähligen verschiedenen Schraubendrehern und Messerklingen.
Die Kunden äußern sich übrigens auch sehr begeistert:
"Als ich mir damit die Nasenhaare trimmen wollte, gabs einen Kurzschluss zwischen dem integrierten Flux-Kompensator und der eingebauten Urananreicherungsanlage. Seither hängt mein linkes Nasenloch im Jahr 1808 fest. DANKE WENGER!" von Benjamin Miller
"Was mich nur ein bisschen stört, ist die Tatsache, daß grundlegende Alltagsfunktionen doch teilweise etwas schwer zu erreichen, bzw. zu bedienen sind.
So ist z.B. der integrierte Teilchenbeschleuniger nur dann korrekt in Betrieb zu nehmen, wenn die Nagelfeile und der Korkenzieher in einem Winkel von exakt 107,2 Grad ausgeklappt sind.
Nervig ist auch das unangenehme Summen, das der Schutzschild-Generator von sich gibt, wenn der Schild von Luft-Boden-Rakten getroffen wird.
Außerdem ist die Notfall-Rettungskapsel mit einer Kapazität von 6 Personen eindeutig unterdimensoniert und kann nur dann abgesprengt werden, wenn das Messer sich in waagerechter Lage befindet. Hier sollte der Hersteller eindeutig nachbessern." - von J. Dresteusw. - siehe Kundenrezessionen
[1] amazon.de/gp/product/B00...54&creativeASIN=B000R0JDSI
Wasserrutschen haben
nicht selten den Ruf feucht-fröhlicher
Kinderbelustigung. Dass es unzählige verschiedene
Varianten gibt, die bisweilen eher Ähnlichkeit mit
rasanten Achterbahnen aufweisen, hat sich noch
erstaunlich wenig herumgesprochen.
In Deutschland eröffnete vor über einem Jahr sogar
eine so genannte Looping-Rutsche, mit der das AquaMagis
[1] im nordrhein-westfälischen Plettenberg seit
September 2008 wirbt. Das Rutschvergnügen startet hier
aus 12 Metern Höhe mit einem sehr starken Gefälle,
das sich wie ein freier Fall anfühlen soll, woraufhin
der Badegast mit hoher Geschwindigkeit in eine
schleifenförmige Bahn geleitet wird, die sehr an einen
nicht ganz senkrechten Looping erinnert.
Die Erfahrung gilt als außergewöhnlich und das
Rutscherlebnis soll das eher harmlose Aussehen der
Rutschenkonstruktion übertreffen. Einen Eindruck
erhält man aus zahlreichen Videos [2].
In Köln wurde das Prinzip wenig später im Indoor-Erlebnisbad Aqualand [3] mit leichten Veränderungen umgesetzt. Hier startet das Rutschvergnügen aus guten 10 Metern Höhe. Der freie Fall mutet dafür echter an: Als "Raketenstart" wird hier angepriesen, dass man seine Rutschpartie auf einer Falltür beginnt, die nach einem klassischen Countdown unter den Füßen weggezogen wird. Daran schließt sich wieder das starke Gefälle an, wie wir es aus Plettenberg kennen. Bewegte Bilder vom Looping-Erlebnis in Köln gibt es wieder zahlreich im Internet [4].
Auf mich wirkt besonders das Falltür-Prinzip des
Kölner Aqualands reizvoll. Dass das dortige
Rutscherlebnis überdacht ist, macht allerdings nur
einen architektonischen Unterschied: Auch im AquaMagis
kann das ganze Jahr über gerutscht werden.
Abschreckend wirkt wiederum, dass in Plettenberg an
Wochenenden, Feier- und Ferientagen ein Euro
Benutzungsgebühr für die Looping-Rutsche erhoben
wird.
Die Werte der Rutsche aus Plettenberg sprechen
allerdings für sich: Man startet aus 12 Meter statt
aus 10 Metern Höhe, wird auf 60 statt auf 45 Kilometer
pro Stunde beschleunigt und rutscht 80 statt 53 Meter
lang. Außerdem liegen die Eintrittspreise des
AquaMagis fast 5 Euro unter denen des Kölner
Aqualands.
Leider hatte ich bis dato noch nicht das Vergnügen eine dieser Rutschen selbst auszuprobieren, doch ich werde selbstverständlich Bericht erstatten, sollte ich je in diesen Genuss gekommen sein. Aufregend hört sich das Konzept nämlich auf jeden Fall an und ich werde sicherlich nicht die Gelegenheit verschmähen, sollte sie sich mir je bieten.
[1] aquamagis.de
[2] youtube.com/watch?v=G3XXnXjfoTs
[3] aqualand.de
[4] youtube.com/watch?v=xQ9E4LhOE_I
In der dänischen Stadt
Århus wohnen immerhin dreihunderttausend Einwohner.
Für Dänemark ist das beachtlich. Neben den vielen
Einwohner, dem schönen Stadtbild und dem
bemerkenswerten Anfangsbuchstaben hat diese Stadt noch
etwas anderes zu bieten: "Det Jyske
Musikkonservatorium" (DIEM). [1]
Die "Royal Academy of Music" ist aber nicht nur ein gewöhnliches Musikkonservatorium. Hier kann man abgesehen von den klassischen musikalischen Bildungswegen einen ganz besonderen Studiengang absolvieren: "Bachelor in Electronic Music". Daran können sogar verschiedene spezialisierte Master-Studiengänge angehängt werden.
Dass aus Dänemark gute elektronische Musik kommt, weiß ich schon länger [2]. Es ist umso aufregender zu erfahren, dass meine geliebte elektronische Musik inzwischen sogar einen eigenen Studiengang bekommen hat. Ich bin gespannt, ob man in den nächsten Jahren von dem ein oder anderen Abgänger dieser Hochschule etwas hören wird.
Wie bei allen künstlerischen Studiengängen ist auch hier das Auswahlverfahren ziemlich streng. Es werden nicht allzu viele Bewerber genommen und man muss bereits einige "Werke" vorzeigen können. Eventuell wird man zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Die Lehrveranstaltungen werden aber anscheinend auf Englisch abgehalten.
[1] diem.dk (Man kann
die Seite auch auf Deutsch anzeigen lassen)
[2] myspace.com/trentemoeller
Bis Freitag
beherbergte meine Familie einen netten jungen Mann aus
Chile für mehrere Monate. Mir brachte er als
Mitbringsel aus seinem Heimatland unter anderem eine
Tafel Schokolade mit, die es in sich hat.
Es handelt sich um eine etwas groß geratene (180g) "Barra de Chocolate de Leche con Almendras Enteras" (Milchschokoladentafel mit ganzen Mandeln). Auf der Vorderseite ist ein Eichhörnchen und ein gut lesbarer Nestlé-Schriftzug zu erkennen. Auf der ganz in Gelbtönen gehaltenen Verpackung findet sich nur Text in spanischer Sprache - fast: Ein riesiger roter Blockschriftzug an den Seiten und auf der Vorderseite verkündet unverkennbar "SAHNE-NUSS".
Das wäre ja nicht weiter verwunderliche, wenn diese Schokolade nicht gerade aus Chile kommen würde. Dort jemanden zu finden, der Deutsch spricht und also diesen Schriftzug versteht, dürfte gar nicht so einfach sein. Und trotzdem scheint die schweizer Firma Nestlé es für sinnvoll erachtet zu haben, bei ihrer Niederlassung in Chile die Vermarktung einer Schokoladenverpackung mit deutscher Bezeichnung in Auftrag zu geben ...

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