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Vom legendären
Eurotrip [1], bei dem alle bekannten,
großen und schönen Städte Europas in einer großen
Reise abgeklappert werden, träumen nicht nur
Nicht-Europäer: Es handelt sich dabei um eine beliebte
Beschäftigung für die Zeit zwischen Abitur und
Studium oder für die vorlesungsfreie Sommerzeit.
Zu Zeiten von Hochgeschwindigkeitszügen und billigen
Youth Hostels stellt man sich das auch gar nicht mehr
teuer vor: Mit einem großen Rucksack bepackt und einem
Europa-Zugticket, dem so genannten InterRail-Ticket,
ausgestattet könne selbst ein mittelloser Student auf
große Reise gehen.
Welche falschen Vorurteilen sich in dieser Vorstellung
verstecken und wie man sich so einen InterRail-Trip am
ehesten vorstellen kann, versuche ich im Folgenden zu
erläutern.
Auf der Seite der
Deutschen Bahn [2] können die
InterRail-Tarife für deutsche Bundesbürger
ziemlich übersichtlich eingesehen werden. Hier
entsteht aber schon die erste Illusion: Weil die DB auf
ihrer Webseite viel zu wenige weiterführende
Informationen anbietet, entgehen dem interessierten
InterRail-Käufer alle weiteren entstehenden Kosten und
eine ausführliche Liste der teilnehmenden
Bahngesellschaften.
Wer dazu nähere Informationen einholen möchte, schaut
am besten auf dem internationalen und offiziellen
Informationsportal [3] des "InterRail
Europe Train Pass" nach. Unter "Planning" kann man dort
eine übersichtliche Karte Europas mit den relevanten
Zugverbindungen herunterladen. Außerdem gibt es dort
Informationen, welche Züge vorab reserviert werden
müssen und welche zusätzlichen Kosten dabei
anfallen.
Im Einzelfall kann auf der Webseite der
Österreichischen Bundesbahn [4] angezeigt
werden, ob eine ganz bestimmte Zugverbindung
reservierungspflichtig ist oder nicht. Verlässliche
Informationen darüber, welche Gebühren anfallen
werden, erhält man aber fast ausschließlich am
Bahnschalter!
Zu den
Reservierungsgebühren, die für Inhaber des
InterRail-Tickets anfallen, seien einige Anmerkungen
gemacht: Reservierungspflichtige Züge gibt es in fast
jedem Land (außer z.B. der Schweiz) und Gebühren für
eine Zugfahrt können in Höhe von 4 bis 85 Euro in der
zweiten Klasse anfallen. Deutlich über 20 Euro werden
allerdings nur in Ausnahmefällen wie dem EuroStar, der
unter dem Ärmelkanal durchfährt, verlangt. Die
Benutzung von Nachtzügen fällt bisweilen noch teurer
aus: Die Preise für Nachtzüge unterscheiden sich
stark (nicht nur abhängig vom gewählten Abteil und
Komfort). Ein einfacher Sitzplatz kann für ca. 8 Euro
zu haben sein, ein Liegeplatz im 6er-Abteil kostet 25
bis 50 Euro und für 4er-Abteile und besser fallen
entsprechend Preise bis über 100 Euro an.
Im Einzelfall kann man nur sicher über die anfallenden
Kosten sein, wenn man am Bahnhof direkt nachfragt. Nur
dort können die nötigen Reservierungen schließlich
getätigt werden!
Bei alldem ist auch zu beachten, dass ein
InterRail-Ticket nie im Heimatland des Inhabers gültig
ist. Das hat den unangenehmen Nebeneffekt, dass die
erste Zugfahrt, mit der man sein Heimatland verlässt,
sowie die entsprechende Rückfahrt bezahlt werden
müssen. Die Interrailer erhalten aber auf diese
Fahrten immerhin gewisse Vergünstigungen, die am
Bahnschalter erfragt werden können.
Vielen schwebt mit dem Erwerb des InterRail-Tickets auch die große Flexibilität und Spontaneität vor, die mit einem solchen Allround-Tickets einherzugehen scheint. Wer aber nicht rechtzeitig plant und in den meisten Fällen auch verbindliche Buchungen vornimmt, wird keinen Spaß mit seinem InterRail-Ticket haben.
Die oben genannten Zugreservierungen sollten schon Tage
oder Wochen vor der Fahrt getätigt werden. Zum einen
sind Züge auf viel befahrenen Strecken tatsächlich
bisweilen Tage vorher ausgebucht. Zum anderen ist
zusätzlich das Fahrkarten-Kontingent für
InterRail-Benutzer begrenzt. Man muss außerdem leider
sagen, dass man selbst an Bahnschaltern oft falsche
Informationen über die Verfügbarkeit bestimmter
Plätze bekommt. Für mehrere Schnellzüge und zwei
Nachtzüge, die wir in Genf nicht buchen konnten - sie
waren angeblich ausgebucht -, konnten wir in Marseille
problemlos Plätze reservieren.
Bei der Reservierung von Zügen ergeben sich noch
weitere Probleme: Wer in der Schweiz ausländische
Züge buchen will, muss damit rechnen, 5 Franken (etwa
3,50 Euro) Aufschlag zu bezahlen. Einen solchen
Aufschlag verrechnete man weder in Frankreich noch in
Spanien. In Portugal wiederum war es überhaupt nicht
möglich, ausländische Züge zu reservieren. Wenn man
Portugal also mit einem bestimmten Zug verlässt, muss
man eventuelle Anschlusszüge kurzfristig am
Umsteigebahnhof buchen, wenn man das nicht schon vor
der Einreise nach Portugal erledigt hat. Ähnliche
Probleme könnten sich in anderen Ländern ergeben -
eine frühzeitige Planung und Buchung kann dem
Interrailer diese Strapazen ersparen.
Die Unterkunft
bei einem solchen EuroTrip ist übrigens nicht so
einfach gefunden, wie man sich das bisweilen
vorstellt.
Zelten ist durchaus nicht die einfachste und billigste
Variante. Auch hier fallen Zeltplatzgebühren an und
abgesehen von dem geringen Komfort, den man beim Zelten
im Allgemeinen erfährt, dürfte es mühsam sein,
ständig ein Zelt (zzgl. Isomatte und Schlafsack) mit
sich herumzutragen, das man bei häufigem Ortswechsel
abends auf- und morgens wieder abbauen und bei Regen
notgedrungen nass wieder in die Schutzhülle stopfen
muss. Zeltplätze sind gerade in großen Städten eher
ungünstig gelegen, sodass weitere Kosten für den
Transfer in die Innenstadt anfallen können.
Auch in Hostels kommt man nur günstig unter, wenn man
frühzeitig bucht. Man sollte sich wirklich ersparen,
ohne Buchung in eine bestimmte Stadt zu kommen, um dann
zu erfahren, dass gerade eine besondere Veranstaltung
einen Besucheransturm provoziert, sodass alle
günstigen Übernachtungsmöglichkeiten bereits
ausgebucht sind.
Buchungen nimmt man am besten bei großen Webseiten wie
Hostelworld [5] vor, wo man gute
Möglichkeiten hat, Preise zu vergleichen,
Verfügbarkeiten zu überblicken und Erfahrungsberichte
zu lesen.
Auch bei günstigen Hostels kann man im Sommer mit durchschnittlichen Kosten von knapp unter 20 Euro pro Nacht - zumeist ohne Frühstück - rechnen. Über den Tag kommt man wohl nicht mit weniger als 10 Euro aus, man sollte eher mit 15 Euro oder mehr rechnen. Pro Zug fallen durchschnittlich 5 Euro Reservierungsgebühren an. Die genannten Kosten können sich stark vermehren, wenn man in teuren Ländern wie der Schweiz oder Schweden unterwegs ist, viele Museen besucht, in Restaurants speist, viele Nachtzüge und internationale Fernzüge verwendet oder Taxi-, Metro-, Tram- und Busfahrten reichlich in Anspruch nimmt.
Außerdem sollte man sich keinen Illusionen hingeben,
wie viele unterschiedliche Orte man in einer bestimmten
Zeit besuchen kann. Wer beispielsweise alle großen
Hauptstädte Europas auf seinem InterRail-Trip besuchen
will, sollte extrem lange Zugfahrten und eine
Gesamtreisedauer von mindestens einem Monat einplanen,
in der man nur höchstens eine Übernachtung in jeder
Stadt erlebt.
Ein Dilemma bleibt: Wer nicht viel Zug fährt und sich
lange an einem Ort aufhält, für den rentiert sich das
InterRail-Ticket womöglich preislich nicht. Wer die
Möglichkeiten des InterRail-Tickets ausnutzen will,
muss mit langen Zugfahrten und wenig Zeit an jedem
einzelnen Ort rechnen. Auf meinem vergangenen
InterRail-Trip habe ich beispielsweise fast jeden Tag
mindestens einen Zug benutzt und kam so insgesamt auf
Zugkosten von unter 400 Euro in 15 Tagen. Ohne
InterRail-Ticket wären Kosten von mindestens 700 Euro
angefallen. Ich halte es kaum für möglich, mehr als 4
Länder in 15 Tagen zu besuchen, wenn man nicht
unvernünftig lange Zugfahrten in Kauf nimmt.
Die Gesamtkosten für die 15tägige Reise beliefen sich
auf etwa 1000 Euro und ich halte das für einen
ziemlich niedrigen Wert. Ob man sich als Student also
eben mal einen solchen Trip leisten kann, ist
fraglich.
Als Fazit bleibt
also zu sagen: Ein InterRail-Trip kann nur schwerlich
ein richtiger Eurotrip werden, schon gar nicht ein
günstiger. Hoffnung auf besondere Spontaneität sollte
man sich nicht machen, sondern im Vornherein so viel
wie möglich buchen und reservieren. Und zuletzt sollte
man nicht blind davon ausgehen, dass sich das
InterRail-Ticket in jedem Fall preislich lohnt. Für
Frühbucher gibt es nicht nur in Deutschland ziemlich
günstige Zugfahrten und daher sollte nicht nur, wer
lieber eine Hand voll Städte besichtigen will und dort
jeweils mindestens 3 Tage bleiben möchte, unbedingt
die Rentabilität des InterRail-Tickets ausführlich
prüfen.
Zwischen Mainz und Köln fährt seit Anfang des Jahres
2010 die Mittelrheinbahn (MRB) [1]. Diese
Strecke legt der in Gelbtönen gehaltene Zug in ca.
dreieinhalb Stunden entlang des Rheins zurück. Das
Besondere an der Mittelrheinbahn ist, dass sie von dem
privaten Unternehmen trans regio unterhalten wird, das
sogar eigene Fahrkartenautomaten an den Bahnhöfen
aufgestellt hat. Die Strecke von Mainz nach Köln
führt allerdings durch drei unterschiedliche
Verkehrsbundgebiete: RNN, VRM und VRS.
Das hat zur Folge, dass - trotz der speziellen
Fahrkartenautomaten - keine Möglichkeit besteht, den
Tarif von Verkehrsbund übergreifenden Strecken zu
ermitteln. Will ich beispielsweise von Mainz nach
Koblenz, kann mir keine der Verkehrsbund-Webseiten
(RNN, VRM oder VRS) eine Auskunft darüber geben, was
ich auf dieser Strecke bezahlen muss. Die Webseite der
Deutschen Bahn scheint besser informiert: 17,10 Euro
verlangt man dort für diese Nahverkehrsstrecke - ganz
schön happig!
In meinem Fall ging es um die Strecke von Mainz nach Bonn. Wieder wusste nur die Webseite der DB Bescheid: Eine Fahrt mit der MRB sollte hier 26,30 Euro kosten. Eine Recherche nach den Kosten für die einzelnen Teilstrecken ergab:
Mit RNN von Mainz nach Bacharach: 7,80
Euro
Mit VRM von Oberwesel nach Rolandseck: 14,30 Euro
Mit VRS von Bonn-Mehlem nach Bonn: 2,40 Euro
Die einzelnen Tickets aus den Zuständigkeitsbereichen der einzelnen Verkehrsbünde kosteten also zusammen 24,50 Euro. Das konnte ich mir immerhin noch damit erklären, dass damit ja jeweils die Übergangsgebiete nicht inbegriffen waren. Aber dass ich für die ca. 140 Kilometer zwischen Bonn und Mainz doppelt so viel zahlen sollte wie für die 140 Kilometer zwischen Fulda und Mainz, die im RMV-Gebiet regulär 13,35 Euro kosten, wollte mir nicht einleuchten.
Eine Anfrage beim Kundenservice von trans regio ergab,
dass die billigere Variante das Rheinland-Pfalz-Ticket
sei, dass tatsächlich einen Gültigkeitsbereich von
Mainz bis Bonn habe und für eine einzelne Person nur
20 Euro koste [2]. Der Preis erschien mir
wiederum angemessen angesichts der Tatsache, dass damit
einen ganzen Tag lang Fahrten in ganz Rheinland-Pfalz
abgedeckt waren. Aber im Endeffekt war auch das
immernoch teurer als die Strecke von Fulda nach Mainz.
Unglaublicherweise braucht die Mittelrheinbahn
übrigens für jene Strecke von Mainz nach Bonn drei
Stunden, während man in gut zwei Stunden mit dem
öffentlichen Nahverkehr von Fulda nach Mainz gelangt.
Dabei muss man im Gegensatz zur Fahrt mit der
Mittelrheinbahn sogar noch umsteigen!
Tatsache bleibt aber, dass durch den Geheimtipp
"Rheinland-Pfalz-Ticket" die Kosten auf Strecken, die
die Mittelrheinbahn enthalten, reduziert werden
können. So will die Bahn etwa zwischen Mainz und Köln
im Nahverkehr 30 Euro. Nimmt man aber das
Rheinland-Pfalz-Ticket bis Bonn und löst danach ein
Ticket bis Köln, bezahlt man nur 26,60 Euro.
Noch unverschämter ist dagegen der Preis für die
Verbindung zwischen Fulda und Bonn mit
Nahverkehrsmitteln: Die Webseite der DB veranschlagt
für diese Route 41,90 Euro. Mit dem
Rheinland-Pfalz-Ticket und der Einzelfahrt von Fulda
nach Mainz fallen aber nur 33,35 Euro an.
Schließlich bleiben die Tarife der Bahn aber
verbindlich für alle BahnCard-Besitzer: Auf das
Rheinland-Pfalz-Ticket gibt es für die nämlich keine
Vergünstigungen.
Außerdem bin ich nach dieser ausführlichen Recherche
zu dem Schluss gekommen, dass die MRB für längere
Strecken einfach überhaupt nicht geeignet ist - dafür
ist sie zu langsam und zu teuer. Von Mainz nach Köln
kommt man (ohne Umsteigen) schließlich auch mit dem IC
und das kostet dann zwar 36 Euro, aber dafür sitzt man
auch nur die Hälfte der Zeit im Zug - nämlich 100
statt 200 Minuten. Und wer die goldene Mitte sucht,
fährt alternativ für reguläre 30 Euro mit zwei REs
von Mainz nach Köln in 150 Minuten.
Dass ich zu Discotel gewechselt habe [1],
bringt mir nicht nur Vorteile: Die Mobilbox-Nummer ist
ungewöhnlich lang und kompliziert und meinen
Kontostand erfahre ich nur, indem ich eine SMS mit dem
Inhalt "Guthaben" an die 77277 schicke; das aktuelle
Guthaben wird mir dann per SMS zugeschickt. Diese
Methode ist aber entgegen der Erwartung schneller, als
es irgendjemand vermuten würde - ja, sogar schneller,
als irgendein physikalisches Gesetz erlaubt:
Heute verschickte ich um 19:11 Uhr eine solche
Guthaben-Anfrage und die Rück-SMS schien in Verzug zu
sein. Als ich aber nach einer Stunde auf mein Handy
schaute, war da eine ungelesene SMS und wie ich mich
gerade mit einem Blick in den Nachrichtenkopf über den
späten Versand ärgern wollte, musste ich feststellen,
dass man mir die SMS ja schon um 17:11 Uhr geschrieben
hatte. Also zwei Stunden, bevor ich überhaupt meine
Anfrage versandt hatte - da sage noch mal einer,
Discotels SMS Guthaben-Service sei langsamer als
*100#...
Im aktuellen
Media-Markt-Prospekt "Tiefste Preise im Hochsommer" auf
Seite 4 kann man das grazilste und kraftvollste Stück
Technik bewundern, das dieser Planet seit der Erfindung
des Rads hervorgebracht hat: Ein Laptop, der "Kann
alles, hat alles!" Wer Augen im Kopf hat, der
staune!
Fast ein halber Meter Bildschirmdiagonale
Mobilität muss ganz neu definiert werden: Das
Notizbuch (engl. Notebook) im Kinoformat. Dass der Akku
mit 70 Wattstunden nur 3 Stunden hält, stört dabei
überhaupt nicht: nach 10 Minuten sind die Beine eh
eingeschlafen, wenn man das 5 Kilo-Leichtgewicht auf
dem Schoß hat.
High-End-Workstation für den Kofferraum
Dass angesichts der geballten Leistung jeder Rucksack
oder Bollerwagen [1] versagt, stört nicht.
Dieser Laptop ist für alle, die ohnehin nie wussten,
was sie mit dem Kofferraum ihres Kombis anfangen
sollen. Dafür ersetzt diese Eier legende Wollmilchsau
auch gleich den Camcorder mit der HD-Webcam, den
Heimserver mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher ("Starkes
Stück") und 1,28 Terabyte Festplatte ("die neue
Tera-Ära") und die Multimedia-Workstation mit
Vierkernprozessor ("der schnelle Prozessor"),
integriertem 5.1-Soundsystem und
1024-Megabyte-Grafikchip. Mit dieser "Ultimative[n]
Grafikkarte" braucht man auch für die neuesten
3D-Spiele keinen unhandlichen Desktop-Rechner mehr.
Komfort und Design
in Vollendung
Für "höchsten Komfort per Fingertip" sorgt das
sensible "Duo Touchpad" und wer den Komfort-Kick
schlechthin sucht, wird mit dem "silbernen
Lautstärkeregler" mehr als bedient. Ein gebürstetes
Aluminium-Gehäuse lässt MacBook-Nutzer vor Neid
erblassen. Bei jedem Start 20 Zeichen lange Passwörter
eingeben ist Vergangenheit mit dem Fingerabdruck-Sensor
für "mehr Sicherheit" [2].
Der hellste Stern am Laptop-Himmel
Mit seiner Portabilität, seiner Ausstattung, seiner
Eleganz und einem einzigartigen Look and Feel
(zugeklappt vier Zentimeter flach) erschlägt dieser
Laptop alles, was es bis heute unter dem Namen "Laptop"
zu kaufen gab. Und dieser ewige Ruhm steht unter dem
Zeichen des Laptopherstellers mit der wohl am wenigsten
umstrittenen Reputation auf dem Notebookmarkt: Acer.
Ja, wieder setzt Acer den neuen Trend: Wo alle dachten,
Netbooks und Tablets mit sparsamen Intel
Atom-Prozessoren übernähmen den Markt [3],
zeigt Acer völlig überraschend und sensationell
überzeugend die neue Richtung an.
Vergessen Sie ihre Pläne für ein
Multimedia-Wohnzimmer mit Plasmafernseher,
BluRay-Recorder und Surround-Soundsystem und
investieren Sie Ihre hart ersparten 2000 Euro in etwas
Sinnvolles: Das Acer Aspire 8943G mit vollen zwei
Jahren Herstellergarantie und dem Glanz von 50
Jahrtausenden Technikgeschichte. Schlagen Sie jetzt
zu!
Mein Notebook
[1] hat einen eSATAp-Anschluss. Was ist das
eigentlich? Innerhalb eines Computers sind Festplatten
mit so genannten SATA-Kabeln an das Motherboard zum
Datenaustausch mit Arbeitsspeicher, Prozessor und all
den anderen wichtigen Komponenten angeschlossen. Diese
Kabel ermöglichen sehr schnelle Datenübertragung,
können außerhalb des Gehäuses die weit verbreiteten
USB-Kabel aber vor allem aus drei Gründen nicht
ersetzen: Nach 50 "Steckzyklen" (Stecker rein und
wieder raus) ist der Stecker und womöglich auch die
Buchse verschlissen; außerdem sind SATA-Kabel nicht
geschirmt (sie haben keine schützende Umhüllung gegen
elektromagnetische Strahlung usw.); und schließlich
kann über SATA-Kabel kein Strom übertragen werden -
eine externe Fesplatte bräuchte einen zusätzlichen
Stromanschluss, wenn sie mit SATA angeschlossen würde.
Mit eSATA wurde eine Standard festgelegt, der so
schnell wie SATA, aber geschirmt ist und 5000
Steckzyklen aushält.
Nicht zuletzt aus Platzgründen kam man vor ein paar Jahren auf die Idee, eine eSATA-Buchse mit einer USB-Buchse zu kombinieren. Der positive Nebeneffekt war, dass diese Buchse auch Strom liefern konnte, was reine eSATA-Buchsen bislang nicht vermochten. Dieser neue Anschluss erhielt den Namen Power-over-eSATA oder kurz: eSATAp.
Um zum Anfang zurückzukehren: Mein Laptop verfügt
über einen solchen eSATAp-Anschluss und es wäre ja
schade, wenn ich ihn nicht verwenden würde. Also
entschloss ich mich kurzer Hand zum Kauf einer externen
2,5-Zoll-Festplatte mit eSATAp-Anschluss. Viel Auswahl
gibt es da im Moment allerdings nicht. Neben einem
qualitativ vielleicht nicht überragenden Modell von
Verbatim [2] gibt es noch die
Premium-Variante von LaCie, für die man aber leider
über 120 Euro abdrücken muss [3].
Der unbekannte, drittklassige
Computerzubehör-Hersteller DeLOCK stellt schon seit
längerer Zeit Peripherie-Geräte mit eSATAp-Anschluss
her. Darunter auch das "2,5 Inch External enclosure
SATA HDD > Power over eSATA", ein
Festplattengehäuse für unter 25 Euro
[4], das mit dem gefragten Anschluss
ausgestattet ist. Kombiniert mit einer Samsung HM500JI
[5] kam ich auf einen Gesamtpreis von unter
80 Euro.
DeLOCK ist kein bekannter Hersteller und ich würde ihn
auch nicht vom ersten Eindruck her in eine Reihe mit
RaidSonic, Western Digital oder Seagate einordnen.
Allerdings haben Produkte dieses Herstellers schon gut
in diversen Tests abgeschnitten und tatsächlich war
ich positiv überrascht, als ich den Produktkarton
öffnete: Zum einen macht schon der Produktkarton mit
Magnetverschluss einiges her - wenn auch nicht von
Seiten des Bedruckungsdesigns. Zum anderen lagen dem
stabil wirkenden Alu-Gehäuse neben einer billigen
Kunstlederhülle auch ein Y-USB-Kabel, ein eSATAp-Kabel
und Schräubchen samt passendem Schraubenzieher bei.
Die Festplatte wird tatsächlich mit vier kleinen
Schräubchen fixiert und die Stabilität des Gehäuses
mit zwei weiteren Schräubchen garantiert. Das macht
einen soliden Eindruck. Eine große Status-LED weist
vertrauenserweckend auf die Bereitschaft der Festplatte
hin und tatsächlich: Unter Fedora 13 wird die externe
Festplatte über den eSATAp-Anschluss ohne weiteres
erkannt und die Daten können ohne weitere
Konfiguration hin- und herrasen. Einziges Manko ist,
dass eSATA-Kabel generell ziemlich dick (breit) und
starr sind. Das etwa 50 cm lange Kabel wirkt daher
etwas sperrig. Man sollte übrigens auch von der
beigelegten Kunstlederhülle nicht allzu viel erwarten.
Bilder vom Gehäuse gibt es mit Klick auf das
Artikel-Bild!
Ich erstellte also eine große logische Partition auf der Fesplatte, formatierte in NTFS und startete meinen Laptop mit der SystemRescueCD (von einem USB-Stick). Ein Komplett-Backup meiner SSD benötigte nur gut 42 Minuten:
$ dd if=/dev/sda bs=64K >
/media/esata/fedora.img
128035676160 bytes (128 GB) copied, 2532.31 s, 50.6
MB/s
Die Geschwindigkeit lässt sich sehen:
2,5-Zoll-Festplatten haben einen durchschnittlichen
Datendurchsatz von 50 bis 60 Megabyte pro Sekunde. Das
heißt, die Übertragungsrate des eSATAp-Kabels hat der
Platte vermutlich viel abverlangt. Deutlich höhere
Übertragungsraten sind theoretisch möglich und mit
einem externen SSD-Speicher werden in Tests
tatsächlich bis zu 160 MByte pro Sekunde erreicht
[6].
Zur verbauten Festplatte lässt sich sagen, dass sie
zwar nach den 42 Minuten Dauerbelastung eine
beachtliche Temperatur erreichte, sich aber rundum
flüsterleise verhält. Von Samsung-Festplatten hört
man generell ja nur Gutes und für den Notfall gibt der
Hersteller auch großzügige 3 Jahre Garantie auf seine
Festplatten.

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