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Seit mehr als zwei Wochen
findet kein Unterricht mehr statt. Die schriftlichen
Prüfungen sind schon über zwei Monate her
(unvorstellbar!) und eigentlich hatte sich seit den
Osterferien nur noch ein unerträglicher, sinnloser
Druck aufgebaut, der sich heute endlich lösen konnte:
Alle Noten stehen fest, alle Prüfungen sind
durchgestanden - das Abitur ist geschafft, die Schule
ist vorbei - für immer!
Die allgemeine Hochschulreife wird zuerkannt.
Am heutigen Tag kann ich also endlich mit der Schule
abschließen - mir steht nur noch die formale Übergabe
des Abitur-Zeugnisses bevor. Mein Vater hat mich
bereits gewarnt, dem emotionalen und psychischen Stress
nicht sofort eine Entspannungsphase folgen zu lassen -
davon bekomme man häufig Migräne.
Das Gefühl der Entspannung ist aber gar nicht so
groß, wie man vermuten würde: Die Gedanken um die
letzten Schultage und Prüfungen dominierten meine
Gedanken in letzter Zeit so sehr, dass ich jetzt nicht
einfach umschalten kann.
Nie in der gesamten Schulzeit gab es so starke
Stimmungsschwankungen in der Schülerschaft wie jetzt.
Die Bekanntgabe von Noten wurde fast immer von
ausgelassener Freude oder ungehemmter Wut und Trauer
begleitet. Wer sein Ergebnis mit Fassung oder gar
Gleichgültigkeit hinnahm, bildete die Ausnahme und
ging völlig in der Masse der Lachenden und Weinenden
unter.
Dazu kamen unzählige ausgelassene Abi-Partys und
ständig liefen im Hintergrund die Vorbereitungen für
Abi-Gag, Abi-Ball, Abi-Zeitung und all die anderen
Dinge, zu denen sich Abituriente traditionell selbst
verpflichten.
Der Ausnahmezustand seit spätestens 13.2 sucht
seinesgleichen.
Die Vormittage sind zwar bereits seit über zwei Wochen frei. Damit entfallen Hausaufgaben und die "normalen" Arbeiten. Aber unterschwellig spürt man zu jedem Zeitpunkt, wie im Hintergrund die Uhr tickt - der Countdown zur nächsten Prüfung. Und genau diese tickende Uhr scheine ich jetzt gar nicht mehr loszuwerden, obwohl doch keine Prüfung mehr bevorsteht. Ich merke schon, wie sich mein Kopf den nächsten zeitlichen Orientierungspunkt sucht... Abi-Gag, Abi-Ball, Einschreibungsfrist, Vorsemester, Semesterbeginn, .. . . .
Das fünfte Prüfungsfach im
(hessischen) Abitur birgt seine ganz eigenen
Besonderheiten: Der Schüler kann hier zwischen einer
mündlichen Prüfung, einer Präsentationsprüfung und
einer so genannten besonderen Lernleistung wählen. Der
dritte Begriff ist dabei schon fast ein Mysterium und
es scheint so, als würden auch kaum mehr als 5% der
Schüler sich für eine solche "besondere Lernleistung"
(BLL) entscheiden.
Eine BLL ist gemäß einer Info-Broschüre des
Kultusministeriums Hessen "eine Arbeit, in der eine
Aufgabenstellung selbstständig konzipiert, bearbeitet,
reflektiert und dokumentiert wird". Sie wird "im Rahmen
oder Umfang eines Kurses von mindestens zwei
Halbjahren" erbracht. [1]
Eine Eigenheit der BLL ist, dass sie sogar im Rahmen
eines Leistungskurses erbracht werden kann, sodass man
mit diesem Leistungskurs praktisch zwei der fünf
Prüfungen abdeckt. Außerdem fließt die erreichte
Note vierfach in die Abiturnote ein - andere Prüfungen
zählen dreifach und werden durch die 13.II-Note des
entsprechenden Prüfungsfaches ergänzt.
Zugegebenermaßen erscheint der Aufwand für eine BLL
unangemessen hoch: Immerhin geht es hier schon nach
Voraussetzung um mindestens zwei Halbjahre Arbeitszeit,
wohingegen einer mündlichen Prüfung in wenigen Wochen
hinreichend Vorarbeit geleistet werden kann.
Attraktiv ist die BLL also nur für Schüler, die ihre
Freizeit ohnehin gerne mit einem passenden Thema
füllen oder füllen wollen. Jemand, der sich schon
immer für sein Heimatdorf interessierte, kann sein
Hobby ins Abitur einbringen, indem er eine schriftliche
Arbeit über die Dorfgeschichte oder über bestimmte
Aspekte der Dorfgeschichte anfertigt. Wer in einem
Musikinstrument Unterricht erteilt, kann seine
Erfahrungen mit bestimmten Unterrichtsmethoden oder mit
z.B. behinderten Musikschülern in einer schriftlichen
Arbeit auswerten.
Nun hat natürlich nicht jeder solche
außergewöhnlichen Hobbys. Kaum jemandem ist aber
bewusst, dass auch "ein umfassender Beitrag aus einem
vom Land geförderten Wettbewerb" [2] als BLL gilt. Und
da sprechen wir über all die Teilnehmer von "Jugend
forscht", "Jugend musiziert", "Geschichtswettbewerb des
Bundespräsidenten", aber auch von "Bundeswettbewerben"
(Mathematik, Informatik, Sprachen, ...) und
"Olympiaden" (Physik, Chemie, Mathematik).
Eine zwar unvollständige und veraltete, aber
einigermaßen hilfreiche Liste geförderter Wettbewerbe
findet sich auf dem Bildungsserver Hessen [3].
Ich habe die Chance genutzt, indem ich meine Teilnahme
an den ersten zwei Runden des Bundeswettbewerbs
Mathematik als BLL einfließen ließ. Leider stand man
dieser Wettbewerbs-Variante der BLL an meiner Schule
kritisch gegenüber: Die Aufgaben seien nicht
"selbstständig konzipiert". Damit berief man sich
allerdings auf die oben genannte Info-Broschüre, die
keine rechtliche Verbindlichkeit hat. In der VOGO
selbst findet sich an geeigneter Stelle (§24 Abs. 5)
nämlich nichts in dieser Form.
Man forderte mich dennoch dazu auf, die
Wettbewerbsaufgaben in einen begleitenden und
kommentierenden Text einzubetten, in dem ich verwendete
Methoden vorstelle und erläutere. Das tat ich und
bekam damit am Ende tatsächlich eine ziemlich gute
Punktzahl.
Trotzdem würde ich mir wünschen, dass Schulen in Zukunft auch die "bloße" Wettbewerbsteilnahme bzw. die erzielten Erfolge direkt als BLL akzeptieren. Es handelt sich bei den genannten Wettbewerben schließlich nicht um Unternehmungen, die man so nebenbei erledigen kann. Wer dort wirklich etwas erreicht, hat es absolut verdient, seine Erfolge auch ins Abitur einfließen lassen zu dürfen. Außerdem findet durch eine schulische Anerkennung der Wettbewerbsleistung eine indirekte Förderung der Teilnahme an solchen Wettbewerben statt, was ich für eine höchst erstrebenswerte Sache halte.
Dass ich die VOGO nicht völlig falsch ausgelegt habe,
behaupte ich vor allem deswegen, weil mir drei andere
Schüler aus Hessen bekannt sind, die eine
Wettbewerbsteilnahme ohne Beanstandungen als BLL
einbringen durften.
Die "eigene Konzeption" der Aufgabenstellung halte ich
im übrigen prinzipiell nicht für notwendig. Immerhin
sind die Aufgabenstellungen der meisten Wettbewerbe
weitaus anspruchsvoller als irgendeine selbst gestellte
Aufgabe sein könnte. Und schließlich wäre es doch
schade, wenn ein Schüler sich nur deswegen gegen eine
BLL entscheiden würde, weil ihm keine geeignete
Aufgabenstellung in seinem Fachgebiet (man denke dabei
nur an Mathe) einfallen will, obwohl er womöglich
einen beachtlichen Eifer in dieser Sache an den Tag
legt, der ihm sonst nicht angemessen im Abitur
angerechnet werden könnte.
[1] schulserver.hessen.de/da...eleonoren/files/VOGOBG.pdf
[2] hessen.de/irj/HKM_Intern...cc6-1811-f3ef-ef91921321b2
[3] gymnasium.bildung.hessen...ews_wettbewerbe/index.html
dreißig jahre ging der krieg,
der zwist von kathol und protestant.
er trug sich zu auf feld und land,
fraglich blieb: wer trug den sieg?
spannend war's gerade nicht.
heil'ges römisches reich, ja, das
der deutschen nation. wer, was?
nachfahren von karl dem wicht.
sie kämpften um die dynastie
um kirche, staat und monarchie
verlierer war die zivili-
sation, nicht dabei demokratie
erst war da böhmen und die pfalz,
die niedersachsen und die dänen,
es floßen schwedische tränen,
dem franzmann ging es an den hals
in hamburg gab's Prälimina-
rien und sechzehnhundertein
und vierzig gab es wein
in äußerst großen volumina
warum? der krieg der war
vorbei. westfälisch sollt
der frieden sein. es grollt
kein kathol dem protestar.
(verfasst von S. und T. in der inspirierenden Muße einer Geschichtsstunde bei Herrn K. Das Gedicht hat weder historischen, noch sprachlichen oder inhaltlichen Anspruch auf Richtigkeit und Qualität.)
Eckdaten und
Besonderheiten
Als im Sommer 2009 eine Gruppe chinesischer Schüler
aus Ningbo die Rabanus-Maurus-Schule Fulda besuchte,
musste ich leider ablehnen einem dieser Schüler in
meinem Heim eine Unterkunft zu bieten. Inzwischen weiß
ich, dass genug Austauschpartner vorhanden waren,
sodass meine Kapazität ohnehin nicht benötigt worden
wäre.
Nicht jeder Deutsche, der damals einen Gast aufgenommen
hatte, wollte allerdings am diesjährigen Gegenbesuch
teilnehmen. Mancheiner hatte nicht genug Geld, andere
waren zu jung und vielleicht hatte auch jemand Angst
vor dem unbekannten fernen Land. Jedenfalls konnten ich
und einige andere am Gegenbesuch teilnehmen, obwohl sie
in die Aktivitäten im Sommer 2009 noch nicht
involviert gewesen waren.
Der Gegenbesuch erstreckte sich über 17 Tage vom 27. März bis 12. April 2010. Bis zum Morgen des 3. Aprils hielten wir uns in Gastfamilien in Ningbo auf; daran schloss sich eine Rundreise durch Suzhou, Hangzhou, Shanghai, Wuhan (Yichang) und Beijing an.
Die Partnerschule hieß Huamao Foreign Languages School. "Huamao" bezieht sich dabei auf den Namen eines großen Unternehmens, das mehrere Privatschulen in China unterhält und daneben auch Schulutensilien produziert. "Foreign Languages" ist übertrieben: In der Praxis lernt dort niemand mehr als Chinesisch und Englisch. Lediglich eine koreanische Minderheit lernt Koreanisch und es gibt wohl auch für irgendwelche Auserwählten, die mir unbekannt geblieben sind, die Möglichkeit, andere Sprachen zu erlernen. Faktisch sieht das Schulsystem in China aber keine individuelle Förderung vor: Frontalunterricht mit Multiple-Choice-Tests bis zum zwölften Schuljahr.
Bei der Huamao Foreign Languages School handelt es sich um ein Internat, in dem die Schüler montags bis samstags von 6.50 bis 21 Uhr, unterbrochen durch zwei Essenspausen, die Schulbank drücken müssen. In einem Klassenraum sitzen bis zu 50 Schüler, die Geschlechter scheinen einigermaßen gleichmäßig verteilt zu sein.
Unsere Austauschpartner waren also ausnahmslos Internatsschüler, deren Eltern bisweilen ziemlich weit weg wohnten. Für die Zeit des Austauschs zogen die Schüler mit uns zu ihren Eltern oder zu Verwandten, die in der Nähe der Schule wohnten. Wenige Chinesen logierten sogar für die Zeit des Austauschs mit ihren deutschen Gästen in Hotels.
Die Rundreise war vielfältig. Suzhou, Hangzhou und Shanghai in südlicher Küstengegend wurden kontrastiert von Wuhan und Yichang am Jangtse im chinesischen Inland. Die große Distanz wurde per Nachtzug überwunden. Von Wuhan brachte uns anschließend ein Flugzeug in die nördliche Hauptstadt Beijing.
Der Transfer zwischen Deutschland und China ging natürlich via Fluglinie zwischen Frankfurt und Shanghai vonstatten. Es handelte sich um Direktflüge - in die Hinrichtung 10, zurück 12 Flugstunden. Vor den Rückflug war allerdings noch ein Inlandsflug von Beijing nach Shanghai vorgeschaltet, der aufgrund ungünstiger Wetterlage ungewöhnliche viereinhalb Stunden in Anspruch nahm.
Gegenüberstellung der gewonnenen Eindrücke
Das war nun also bereits meine dritte Reise nach China. Nach einem Kurzurlaub (2007) [1] hatte ich bereits 2008 an einem Schüleraustausch unter ähnlichen Bedingungen mit der Fengfan Middle School in Hangzhou [2] teilgenommen. Da alle drei Aufenthalte verhältnismäßig kurz waren (zwischen 9 und 17 Tagen) und sich an teilweise unterschiedlichen Orten abspielten, ist es nicht verwunderlich, dass ich jedesmal neue Eindrücke von China erhielt. Es erscheint sinnvoll, die gemachten Erfahrungen zusammenzutragen und miteinander zu vergleichen.
Das Wetter in den Regionen Chinas, die wir auf unseren
Reiserouten besuchten, unterschied sich im Frühling
kaum vom deutschen Wetter. Nur der Kurzurlaub (2007)
fand im Juni statt und war von sehr hohen Temperaturen
geprägt. Besonders vom jüngsten Austausch mit Ningbo
ist mir der Eindruck von einem eher kühlen, selten
regnerischen aber oft windigen Klima in Erinnerung
geblieben. Auffällig dabei ist, dass chinesische
Wohnungen und Innenräume im Allgemeinen (z.B.
Schulgebäude) bei diesen frischen Wetterverhältnissen
nicht beheizt werden. Man öffnet sogar absichtlich die
Fenster, sodass sich die Zimmertemperatur nicht von der
Außentemperatur unterscheidet. Die Jacken werden
entsprechend nicht mal am Esstisch ausgezogen.
Diese Erfahrung stach besonders beim jüngsten
Aufenthalt heraus - da stellte sich die mitgebrachte
Kleidung nämlich bei mir und anderen Teilnehmern
ziemlich schnell als zu dünn heraus, was sich in
zahlreichen Erkältungen und sogar grippalen Infekten
niederschlug.
Der Unterschied zwischen dem Shanghaier und dem
Beijinger Klima fiel jetzt im Frühling eher gering
aus. Überall in China war der Himmel bei jeder
Wetterlage von einem grauen Schleier bedeckt, der den
Himmel nie richtig blau werden und mögliche
Wolkengebilde grundsätzlich zu einem grauen
Einheitsbrei verschwimmen ließ.
Über das Essen lässt sich generell sagen, dass es dort eher gemäßigt und für den europäischen Gaumen moderat ausfiel, wo wir mit Reisegruppen in Restaurants speisten. Dabei kam auch wenig Vielfalt auf. Das Essen, mit dem man in den Gastfamilien konfrontiert wurde, war um einiges kurioser, variabler, aber wohl auch eher getreu den tatsächlichen chinesischen Essgewohnheiten. Besonders köstlich kann der durchschnittliche Europäer das typische Essen der Chinesen wohl nicht finden, die abgeschwächte Version der "Touristenrestaurants" hat wohl ihre Berechtigung. Es ist aber trotzdem sinnvoll, die ungewöhnlichen Essgewohnheiten der Chinesen einmal unverfälscht kennenzulernen.
Der chinesische Verkehr stellte sich ununterbrochen als erschreckend chaotisch heraus. Die kuriosesten Erscheinungen von Eselkarren auf Hauptstraßen und Fahrrädern mit meterhoch beladenen Anhängern konnte ich eigenartigerweise bei meinem jüngsten Aufenthalt nur noch selten beobachten. Da hatte meine erste Reise nach China einen anderen Eindruck hinterlassen. Unverändert ist aber der generell recht hohe Anteil an Fahrrädern, insbesondere elektrischen Fahrrädern. Allerdings habe ich von meinem Austauschpartner erfahren, dass das Fahrrad als Verkehrsmittel trotzdem eher unbeliebt ist und nur verwendet wird, falls nicht genug Geld für ein Auto da ist - angesichts der niedrigen Gehälter in China befinden sich aber offensichtlich unzählige Menschen in dieser Lage.
An was für Reiseleiter man auf einem begleiteten Trip
durch China gerät, ist anscheinend völliger Zufall.
Bei der Reise mit DERTours von 2007 hatte eine sehr
sympathische und kompetente Dame durch Beijing
geführt, die Reiseleitung in Shanghai hatte dagegen
keinen besonders guten Eindruck hinterlassen. Die
Touren im Rahmen der Schüleraustausche hinterließen
ein ähnlich ambivalentes Bild.
Von einer Dolmetscherin, die uns in Ningbo begleitete,
wurde schließlich sogar bekannt, dass sie keine
übliche Übersetzer-Qualifikation (akademische
Ausbildung etc.) für die deutsche Sprache hatte. Als
entsprechend unzureichend hatten sich auch ihre
Deutschkenntnisse herausgestellt.
Auf der jüngsten Reise wurden einige Dinge klargestellt, die vorher nur zu erahnen gewesen waren. So erfuhr ich aus erster Hand von einem chinesischen Schüler, dass die verqueren Programme der Regierung durchaus auf inoffizielle Kritik im Volksmund stoßen, obwohl vieles in den Medien effektiv verharmlost wird. So erfuhr ich, dass Gebäude bisweilen absichtliche in marodem Zustand errichtet werden, um nach zwanzig Jahren wieder abgerissen zu werden. Die Devise lautet nicht nur hier: Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. 1.3 Milliarden Menschen in einer zunehmend urbanisierten Gesellschaft brauchen Arbeitsplätze. Da verwundert es auch nicht, dass Straßenfeger nicht nur in den Städten, sondern auch auf Landstraßen oder sogar Autobahnen eingesetzt werden. Es gibt auch Personal, dass auf öffentlichen Plätzen die Treppengeländer putzt und in Restaurants und Hotels sind bisweilen 3-4 Menschen alleine dafür eingeplant, die Eingangstür zu öffnen und hereintretende Gäste zu begrüßen.
Darüber hinaus konnte ich diesmal die Internetzensur deutlich spüren: Seit 2009 sind YouTube und Facebook von China aus nicht mehr erreichbar. Diese Sperre lässt sich auch nicht mithilfe (unverschlüsselter) Proxys umgehen. Ebenfalls gesperrt sind Vimeo und MyVideo. Google ist nicht gesperrt, sondern leitet auf Google Hongkong um, anstatt die eigentliche chinesische Seite (google.cn) anzuzeigen.
Ein deutscher Schüler war beim diesjährigen Austausch sogar ein Techtelmechtel mit einer chinesischen Schülerin eingegangen. Als die chinesischen Lehrer Wind davon bekamen, setzte man die beiden Jugendlichen unter enormen psychischen Druck. Die Sache wurde zum Glück allerdings erst am letzten Tag des Austauschs bekannt und zog keine weiteren Konsequenzen nach sich. Lediglich der deutsche Schüler hatte die Vermutung, dass man seiner chinesischen Freundin das Handy weggenommen hatte, um den SMS-Verkehr zwischen den beiden zu unterbinden.
Zuletzt ist bemerkenswert, dass sich mein Eindruck von der chinesischen Sprache auffällig verändert hat. Obwohl ich schon seit 2007 an keinem Sprachkurs mehr teilnehme, hat sich mein Verständnis für diese Sprache sogar verbessert. Alleine durch die Konfrontation mit dem Chinesischen hat sich inzwischen ein gewisses Gefühl für diese Sprache entwickelt. Hielt ich die chinesische Sprache anfangs noch für geradezu unerlernbar, denke ich inzwischen, dass der gesprochene, grammatische und lexikalische Teil der Sprache nicht so große Probleme aufwirft, wie man vermuten würde. Lediglich das Erlernen der chinesischen Schrift halte ich nach wie vor für eine sehr mühsame Angelegenheit.
Schließlich noch immer nicht genug gesehen
Als ich mich dazu entschlossen hatte, ein drittes Mal nach China zu reisen, wurde ich von allen Seiten gefragt, ob sich da nicht nur alles wiederholen werde, was ich bereits erlebt hatte. Ich war von Anfang an davon überzeugt, dass das nichtmal der Fall gewesen wäre, wenn wir dieselben Orte erneut angefahren hätten. Tatsächlich sind meine Eindrücke vom Land der Mitte um unzählige Details erweitert worden. Was bereits bekannt war, empfand ich nur selten als langweilig, sondern ich konzentrierte mich dort einfach auf andere Dinge und konnte so vieles entdecken, dass mir vorher in der Flut der Eindrücke entgangen war.
In China gibt es dermaßen fremde Kulturen, die sich zusätzlich gerade heute in einem unheimlich schnellen Wandel befinden, dass man auch nach mehreren Aufenthalten in China kaum behaupten kann, "alles gesehen" zu haben. Die Eindrücke, die ich im Mittelteil dieses Artikels beschrieben habe, sind nur exemplarisch ausgewählt. Unzähliges musste ich verschweigen, um den Rahmen nicht zu sprengen.
Gerade die jüngste Reise nach China war nicht unwesentlich auch von vielen negativen oder zumindest unangenehmen Erfahrungen überschattet. Doch das Bild von einem dermaßen fremden und auch zwiespältigen Land wie China kann nicht ohne Widersprüche und Schocks komplettiert werden.
Ich bin sicher, dass ich eine weitere Gelegenheit für einen Besuch in China nicht unüberlegt verwerfen würde. Mein Eindruck scheint mir noch immer unvollständig und mein Interesse für dieses Land wächst mit jedem Besuch, obwohl meine Abneigung in vielerlei Hinsicht immer größer wird.
[1] tovotu.de/archiv/163-Mei...e-Bildungsreise-nach-China
[2] tovotu.de/archiv/288-Mal-wieder-im-Land-der-Mitte
Stilmittel - insbesondere zur Verwendung im Lateinischen und Altgriechischen - waren schon einmal Thema auf dieser Webseite: Unter [1] findet sich eine Stilmittel-Liste und ein Stilmitteltrainer.
Im Zuge des Landesabiturs 2011 in Hessen kann man seit
Neuestem einen "Katalog wichtiger Stilmittel zur
Analyse von Texten" auf der Webseite des hessischen
Kultusministeriums abrufen [2]. Dieser Katalog umfasst
neben den Namen der Stilmittel, auch eine
Beschreibung/Definition sowie jeweils mindestens ein
Beispiel in lateinischer Sprache.
Dass die Liste mit Landesabitur 2011 überschrieben
ist, ändert nichts an ihrer Nützlichkeit. Es handelt
sich nämlich um eine im Kern vollständige und
übersichtliche Liste, die Allgemeingültigkeit im
Lateinunterricht der Oberstufe haben dürfte. Lediglich
"abbildende Wortstellung" und "Homoioptoton" kamen in
meinem Lateinunterricht bis dato noch nicht vor.
[1] tovotu.de/archiv/248-Latein-Stilmittel
[2] hessen.de/irj/servlet/pr...222-2222-2222-222222222222

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