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Am letzten Wochenende
fand das alljährliche CdE-Gesamttreffen namens
AkadeMai in Kirchheim bei Bad Hersfeld statt. Ich
verbrachte dort zusammen mit über 400 anderen Menschen
drei unterhaltsame, lehrreiche und entspannte Tage und
Nächte.
Es wurden wie jedes Jahr unzählige spannende Kurse
angeboten und wie jedes Jahr musste ich mich auf ein
Thema festlegen. Die Wahl zwischen Philosophischem,
Sprachlichem, Praktischem, Sportlichem, Lustigem und
Naturwissenschaftlichem fiel natürlich schwer, aber am
Ende gewann der Kurs "Schlösser öffnen ohne passenden
Schlüssel" für mich das Rennen und man wies mir sogar
tatsächlich einen Platz zu - im Gegensatz zu vielen
anderen. Denn der Kurs hatte deutlich mehr
Interessenten angelockt, als Plätze verfügbar
waren.
Nun ist natürlich das Öffnen eines Schlosses ohne
Schlüssel vorrangig aus Filmen und Büchern bekannt.
Da gibt es sowohl in Krimis als auch in Fantasy-Romanen
häufig fingerfertige Superhelden, die mit einem
kleinen Stück Draht wie von Zauberhand jedes Schloss
öffnen können. (Es sei bereits an dieser Stelle
bemerkt, dass das Wort "knacken" unpassend wäre, weil
es eine Zerstörung des Schlosses nicht
ausschließt.)
Das wichtigste, was ich an dieser Akademie
wahrscheinlich gelernt habe, ist, dass solche
Vorstellungen stark verklärt und weit von der
Realität entfernt sind. Erst nach monatelangem
regelmäßigen Üben ist damit zu rechnen, dass man ein
durchschnittlich gutes Schloss in weniger als einer
Minute öffnen kann - allerdings nicht mit einem
beliebigen Stück Draht, sondern mit geeignetem
"Lockpicking"-Werkzeug.
Da ist der Name dieser Kunst also schon gefallen: Lockpicking. Darunter versteht man das zerstörungsfreie Öffnen eines Schlosses beliebiger Bauart ohne Schlüssel unter Verwendung speziell dafür vorgesehener Werkzeuge. Dieses Werkzeug besteht meist aus einem so genannten Spanner (in dem Artikelbild dunkelblau) und einem Pick. Beide können je nach Bauart des Schlosses die unterschiedlichsten Formen annehmen. Schon ein "Starterset" enthält zehn verschiedene Picks und vier Spanner [1].
Mithilfe dieses Werkzeugs lässt sich ein immens
großer Teil der weltweit verwendeten Schlösser
öffnen - mal abgesehen von den meisten elektronischen
Schlössern, für die es andere Methoden gibt. Wer
glaubt, ein Lockpicker scheitere an einem
Zahlenschloss, der irrt. Für solche Exemplare bedarf
es nicht mal des genannten Werkzeugs - die bekommt ein
geübter Lockpicker per Hand auf!
Doch - wie anfangs erwähnt - jedes Schloss braucht
seine Zeit: Und so kam man auf die Idee, aus dem
Lockpicking eine Sportart zu machen. Die Sportsfreunde
der Sperrtechnik Deutschland e.V. (SSDeV) bilden den
weltweit ersten Verein zu dem Thema und veranstalten
auch jährlich Meisterschaften im Schlösseröffnen in
mehreren Disziplinen.
Wie funktioniert das denn nun eigentlich mit dem Lockpicking?
Dafür gibt es keine Antwort in zwei Sätzen,
da muss man viel zu viel erklären.
Das wär ja wirklich auch zu blöde,
wenn solche Sachen simpel wären.
Auch wenn es offensichtlich aus dem Kontext gerissen
ist, passt dieses Zitat der Toten Hosen hier sehr gut.
Denn in der Tat wäre es sehr blöde, wenn solche
Sachen simpel wären. Und deswegen steckt hinter der
Sportart Lockpicking eine Menge Theorie, die man zum
Beispiel in Ted the Tools "Guide to Lock Picking"
nachlesen kann [2].
Neben aller Theorie gehört dazu natürlich auch
richtig viel Übung beziehungsweise Training. Und wer
diese Fertigkeit mit kriminellen Absichten erlernen
möchte, dem rate ich von Anfang an ab: Dafür ist
diese Sportart schlichtweg nicht geeignet. Die meisten
Türen, Fenster und Behältnisse bekommt man auf
anderem Wege schneller auf - nur eben nicht so
elegant.
Die Sportfreunde der Sperrtechnik haben darüber hinaus eine höchst ehrbare Sportordnung formuliert, die die kriminelle Nutzung der im Zuge dieses Sportes erlernten Fähigkeiten ausschließt [3] - so ist es ja auch bei Kampfsportarten oder beim professionellen Computerhacking.
[1] ssdev.org/SSDeV/shop_ext.php
[2] lysator.liu.se/mit-guide/mit-guide.html
lockpicking.org/lockpicking/MIT_D
(deutsche Übersetzung)
[3] lockpicking.org/SSDeV/sportord.php
Ich finde es sehr wichtig, dass man darüber aufgeklärt wird, dass Bewegung, Fitness und so weiter zu einer gesunden Lebensführung gehören. Im schulischen Sportunterricht erfährt man immerhin, auf welche Weisen man das erreichen kann, indem man viele verschiedene Sportarten kennen lernt.
Sportunterricht ohne Benotung würde eventuell zu einer Demotivation der Schüler führen, sodass der Sportunterricht seine didaktische Funktion nicht erfüllen könnte. Aber so, wie die Benotung momentan gehandhabt wird, kann es nicht bleiben. Und nicht nur das Benotungssystem ist falsch, sondern auch die Lehrpläne sind einseitig und nicht zweckmäßig.
Fleiß lohnt sich in den allermeisten Fällen
nicht
Gehen wir an dieser Stelle ins Konkrete: In meinem
Sportkurs nehmen wir gerade Volleyball durch. Dieses
Thema konnte sich kein Schüler aussuchen und es ist
offensichtlich auch etwas, das man bereits in der
Mittelstufe - nicht weniger intensiv - behandelt.
Gestern bekamen wir Noten darauf, wie wir Volleyball
spielen. Das lief so ab, dass wir in Mannschaften
eingeteilt wurden und einfach mal ein paar Punkte
machten. Danach wurde jedem Schüler eine Zahl (eine
Note) zugeordnet, wie gut er gespielt hat.
Was macht jemand, der dabei sehr schlecht abschneiden
würde? Nimmt er Nachhilfe in Sport? Hat er überhaupt
die Möglichkeit, durch besonderen Fleiß seine
Leistung lohnend zu verbessern? Wohl kaum, wenn er
nicht gerade einem Volleyball-Club beitritt.
Lehrpläne legen unnötige Akzente auf bestimmte
Sportarten
Noch viel anschaulicher wird die Schieflage, wenn man die Tatsache betrachtet, dass wir jedes Jahr aufs Neue Leichtathletik thematisieren. Es gibt kaum Gründe, die diese Tradition rechtfertigen! Laufen - und nur das unter den leichtathletischen Disziplinen! - ist zwar die Sportart, die man mit dem geringsten Aufwand ausführen kann. Sie ist allerdings bei weitem nicht die gesündeste Sportart. Um meine Leistungen in Leichtathletik, die übrigens seit Jahren im knapp ausreichenden oder negativen Bereich liegen, zu verbessern, müsste ich sicherlich nicht wenig zu Hause trainieren. Das ist nicht vergleichbar mit Vokabeln lernen oder ähnlichem. Es sei nebenbei darauf hingewiesen, dass ich durch vieles Laufen Knieprobleme bekomme - nicht wenige Schüler haben ähnliche Probleme mit der Ausführung bestimmter Sportarten.
Nun könnte man entgegnen, dass ein regelmäßiges Lauftraining immerhin die Fitness fördert und daher nicht ganz unsinnig wäre. Ich schwimme jede Woche vier Stunden und habe nicht das Gefühl, dass meine Fitness der Förderung bedürfte. Warum kann ich also nicht aufs Laufen und die restliche Leichtathletik verzichten?
Sportunterricht kann auch anders aussehen
In der elften Klasse hatten wir eine jüngere Lehrerin in Sport und ich muss ehrlich sagen, dass ich hier zum ersten Mal das Gefühl hatte, dass mir Sportunterricht - wenigstens zum Teil - etwas bringt. Wir haben viele neue Sportarten kennengelernt: Schwimmen, Tauchen, Fahrradfahren, Muskelrelaxation nach Jakobsen, Yoga und weitere Entspannungsübungen. Außerdem einige Sachen, die mir im Moment entfallen sind. Ursprünglich standen auch Kampfsportarten auf dem Programm, das wurde dann aber leider wieder gestrichen.
Jedenfalls präsentierte sich uns hier ein wirklich weites Feld an außergewöhnlichen und unbekannten Sportarten. Die Notengebung fiel immerhin nicht durchweg so sinnlos aus, wie ich es vorhin angesprochen habe. Bei den Entspannungsarten etwa wurde nicht getestet, wie gut wir das können (Hier klingt "können" zwar absurd, aber im Grunde ist es in jeder Sportart nicht weniger absurd). - Nein, die Noten wurden vergeben, indem jeder in einem Referat eine bestimmte Art der Entspannung vorstellen musste. Diese Referate wiederum sollten interaktiv gestaltet sein: Die Zuhörer wurden nicht ausschließlich über Grundidee und historische Hintergründe der Disziplin informiert, sondern sie wurden jedesmal auch in die praktischen Grundlagen eingeführt - ähnlich, wie wenn man an einem Schnupperkurs oder einem Tag der offenen Tür eines Sportvereins teilnimmt. Ein so außergewöhnlich guter Sportunterricht stellt meiner Erfahrung nach jedoch die absolute Ausnahme dar.
Noten demotivieren unsportliche Menschen
Was mir zuletzt wirklich einer der größten Kritikpunkte am Bewertungssystem zu sein scheint, ist die Demotivation sportlich untalentierter Menschen. Da Sportunterricht nicht - wie Mathematik etwa - darauf ausgerichtet ist, dass die unterrichteten Inhalte in weiterführenden Studien- und Ausbildungsgängen als bereits vorhandenes Wissen abgerufen werden können, steht sicherlich im Vordergrund, dass die Schüler einen Zugang zum Sport und zur körperlichen Betätigung erhalten, der ihnen bei der Gestaltung ihrer freizeitlichen Lebensführung Orientierung zu sein vermag. Aber wenn ein sportlich untalentierter Mensch von Anfang an durch die Schule negative und frustrierende Erfahrungen mit Sport gemacht hat, dann wird ihn unter Umständen sein Leben lang eine Abneigung gegen sportliche Betätigungen verfolgen. Und gerade unsportliche Menschen, die zu Fettleibigkeit neigen mögen, haben doch eine Motivation im sportlichen Bereich bitter nötig. Ferner stellt für solche Menschen oft die Schule den einzigen richtigen Kontakt mit Sport dar. Ihr Meinungsbild zu Sport wird durch die Schule also grundlegend beeinflusst!
Es ist mir leider nicht möglich, in diesem Artikel die
Frage nach einem wirklich effizienten und sinnvollen
Sportunterricht befriedigend zu beantworten. Doch es
ist zunächst sicherlich eine Notwendigkeit, dass im
aktuellen Schulsystem ein Umdenken bezüglich Sport
stattfindet. Leider ist damit allerdings nicht zu
rechnen. Und das hängt ohne Zweifel damit zusammen,
dass Sport eben trotz des übertrieben
wichtigtuerischen Bewertungssystem gewöhnlich als
nebensächliches Schulfach wenig beachtet wird.
Die
Rabanus-Maurus-Schule Fulda zeigte sich mal wieder von
ihrer besten Seite, als sie am vergangenen Freitag am
Tag der Offenen Tür ihre Elite-Sportler aus der
zwölften Jahrgangsstufe vorstellte. Die fitten Jungs
und Mädels des dreistündigen Sport-LKs zeigten sich
in einer Runde des feinsten Aerobics von ihrer
attraktivsten Schokoladenseite.
In einem kürzlich veröffentlichten Video kann man die
schon reiflich überzeugende Generalprobe bestaunen
[1]. Wem da nicht der Mund offen stehen bleibt, der ist
vermutlich taub-stumm oder verbringt zu viel Zeit im
Fitness Studio und mit Eric Prydz [2].
Man beachte vor allem den fitten jungen Herren in der
ersten Reihe mit dem taffen Haarband und der koketten
mimischen und gestischen Ausgestaltung der
anspruchsvollen Korreographie.
[1] youtube.com/watch?v=jGRpb0vElP0
[2] youtube.com/watch?v=MIohJZ-rhyk
Im Grunde stellte es das
Sportevent des Jahres 2008 dar und doch hat es keiner
so recht wahrgenommen, als Käpt'n Iglo sensationell
einen Kampf gegen Chuck Norris gewann - im
Hallenhalma!
Nun stellt sich berechtigterweise die Frage: Warum
hört man eigentlich so wenig über Hallenhalma? Diese
Frage wird in den Tiefen des Internets kontrovers
diskutiert. Einige behaupten, das schnellere
Unterwasserpolo habe es verdrängt. Das dauert nämlich
gerade mal zwei Minuten, dann sind die Pferde meist
ersoffen.
Andere sehen im Hallen-Jojo die Konkurrenz - hier seien
auch nicht so viele Sportler des Tee-Dopings
überführt worden wie beim Hallenhalma.
Modelieren mit Kartoffelsalat, 80m-Hürdentauchen und
das von der FIFA (Freie Internationale Frikadellen
Assoziation) organisierte Frikadellen-Weitwerfen sind
weitere Sportarten, die den Trend der nächsten Monate
beherrschen sollen.
Tatsächlich ist die offiziell regelkonforme
Ausführung von Hallenhalma momentan gar nicht
möglich, da Hallenhalma nur in der Walhalla-Halle in
Halle stattfinden kann und diese auf unbestimmte Zeit
geschlossen ist.
Den neuesten Forschungen zufolge fördert Hallenhalma
die Multi-Tasking-Fähigkeit von Männern und lindert
Menstruationsbeschwerden. Zudem unterstützt es die
soziale Kompetenz bei Nahrungsmittelunverträglichkeit.
Allerdings ist es eine bittere Tatsache, dass diese
Sportart genauso wie Butter bügeln, aufblasbare
Taschenradios häkeln und gewaltfreies Töpfern
gesellschaftlich keine gute Stellung einnimmt.
Aus diesen Gründen mausert sich Hallenhalma inzwischen
zur Untergrundsportart. So entwickelten sich neben dem
klassischen Indoor-Hallenhalma inzwischen verschiedene
Formen wie etwa Speed- und Freestyle-Hallenhalma. Die
Spieler benutzen hier zum Schutz vor Regen und Sonne
statt des herkömmlichen Daches einfache Zelte oder gar
Schirme.
Schwere Ausschreitungen erschütterten in den letzten
Jahren die Entwicklung des Hallenhalmas. Fernsehsender
boykottierten die Ausstrahlung der Spiele. An dieser
Stelle kam gerade das moderne Querfeldein-Stricken ins
Blickfeld der Zuschauer und spätestens seit
Klaus-Maria Weizenkeim beim Herne Open in einem
spannenden Finish Udo Klabuster spektakulär die Stirn
bot, sieht man praktisch nichts anderes mehr im
Fernsehen. Morgen kommt übrigens ein Special in der
Sportschau zum bevorstehenden Finale in
Hintertannenzapfenhausen.
Ich bedaure es sehr, dass Hallenhalma langsam von der
Bildfläche zu verschwinden scheint. Einen
zivilisierteren Sport kenne ich gar nicht: Wo sonst
kann man elegant gekleidet und in einem Clubsessel die
Beine übereinandergeschlagen grazil mit abgespreiztem
kleinen Finger eine feine Tasse Darjeeling auf einer
Untertasse halten? Koketter geht's kaum. Ich
persönlich vemute die Ursache für die abnehmende
Beliebtheit in der Verletzungsgefahr: Heißer Tee ist
wahnsinnig gefährlich!
An diesem schönen
Faschingswochenende verbrachten über 500
Schwimmerinnen und Schwimmer den Samstag und Sonntag in
einem stickigen Sportbad in Fulda. Der Grund ist das
alljährliche Dompfaffpokal-Schwimmen [1], das immer
wieder Sportler aus den entlegendsten Ecken
Deutschlands nach Fulda lockt - sogar aus dem Ausland
waren dieses Jahr zwei Schwimmer am Start.
In jedem Wettkampfbericht auf dieser Webseite fluche ich aufs Neue über die gähnende Langeweile, die einen zwangsweise überfällt, wenn man stundenlang auf seine Starts wartet. Dieses Jahr hatte ich mir eigentlich sogar vorgenommen, den Dompfaffpokal zu meiden - mir diese öde Zeit im Schwimmbad zu ersparen. Da ich das meinem Schwimmtrainer allerdings nicht mitteilte, meldete er mich einfach mal provisorisch an. Um die ganze Planung nicht auf den Kopf zu stellen, erbarmte ich mich also doch noch zur Teilnahme.
Der erste Wettkampftag vermochte erfreulicherweise ein
paar Bestzeiten hervorzubringen. Dafür durfte ich
geschlagene 11 Stunden im Schwimmbad verbringen. Der
Sonntag gestaltete sich umgekehrt: Zwar war ich schon
um 11 Uhr fertig, meine 200m Schmetterling waren aber
eine Katastrophe!
Im Großen und Ganzen war der Wettkampf so lahm, wie
Schwimmwettkämpfe nun mal so sind. Immerhin waren
einige nette Leute dabei und am Samstag Mittag bekamen
wir sogar noch Besuch und Beistand von außerhalb.
[1] wff.de/dompfaff/index.html

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