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Vom legendären
Eurotrip [1], bei dem alle bekannten,
großen und schönen Städte Europas in einer großen
Reise abgeklappert werden, träumen nicht nur
Nicht-Europäer: Es handelt sich dabei um eine beliebte
Beschäftigung für die Zeit zwischen Abitur und
Studium oder für die vorlesungsfreie Sommerzeit.
Zu Zeiten von Hochgeschwindigkeitszügen und billigen
Youth Hostels stellt man sich das auch gar nicht mehr
teuer vor: Mit einem großen Rucksack bepackt und einem
Europa-Zugticket, dem so genannten InterRail-Ticket,
ausgestattet könne selbst ein mittelloser Student auf
große Reise gehen.
Welche falschen Vorurteilen sich in dieser Vorstellung
verstecken und wie man sich so einen InterRail-Trip am
ehesten vorstellen kann, versuche ich im Folgenden zu
erläutern.
Auf der Seite der
Deutschen Bahn [2] können die
InterRail-Tarife für deutsche Bundesbürger
ziemlich übersichtlich eingesehen werden. Hier
entsteht aber schon die erste Illusion: Weil die DB auf
ihrer Webseite viel zu wenige weiterführende
Informationen anbietet, entgehen dem interessierten
InterRail-Käufer alle weiteren entstehenden Kosten und
eine ausführliche Liste der teilnehmenden
Bahngesellschaften.
Wer dazu nähere Informationen einholen möchte, schaut
am besten auf dem internationalen und offiziellen
Informationsportal [3] des "InterRail
Europe Train Pass" nach. Unter "Planning" kann man dort
eine übersichtliche Karte Europas mit den relevanten
Zugverbindungen herunterladen. Außerdem gibt es dort
Informationen, welche Züge vorab reserviert werden
müssen und welche zusätzlichen Kosten dabei
anfallen.
Im Einzelfall kann auf der Webseite der
Österreichischen Bundesbahn [4] angezeigt
werden, ob eine ganz bestimmte Zugverbindung
reservierungspflichtig ist oder nicht. Verlässliche
Informationen darüber, welche Gebühren anfallen
werden, erhält man aber fast ausschließlich am
Bahnschalter!
Zu den
Reservierungsgebühren, die für Inhaber des
InterRail-Tickets anfallen, seien einige Anmerkungen
gemacht: Reservierungspflichtige Züge gibt es in fast
jedem Land (außer z.B. der Schweiz) und Gebühren für
eine Zugfahrt können in Höhe von 4 bis 85 Euro in der
zweiten Klasse anfallen. Deutlich über 20 Euro werden
allerdings nur in Ausnahmefällen wie dem EuroStar, der
unter dem Ärmelkanal durchfährt, verlangt. Die
Benutzung von Nachtzügen fällt bisweilen noch teurer
aus: Die Preise für Nachtzüge unterscheiden sich
stark (nicht nur abhängig vom gewählten Abteil und
Komfort). Ein einfacher Sitzplatz kann für ca. 8 Euro
zu haben sein, ein Liegeplatz im 6er-Abteil kostet 25
bis 50 Euro und für 4er-Abteile und besser fallen
entsprechend Preise bis über 100 Euro an.
Im Einzelfall kann man nur sicher über die anfallenden
Kosten sein, wenn man am Bahnhof direkt nachfragt. Nur
dort können die nötigen Reservierungen schließlich
getätigt werden!
Bei alldem ist auch zu beachten, dass ein
InterRail-Ticket nie im Heimatland des Inhabers gültig
ist. Das hat den unangenehmen Nebeneffekt, dass die
erste Zugfahrt, mit der man sein Heimatland verlässt,
sowie die entsprechende Rückfahrt bezahlt werden
müssen. Die Interrailer erhalten aber auf diese
Fahrten immerhin gewisse Vergünstigungen, die am
Bahnschalter erfragt werden können.
Vielen schwebt mit dem Erwerb des InterRail-Tickets auch die große Flexibilität und Spontaneität vor, die mit einem solchen Allround-Tickets einherzugehen scheint. Wer aber nicht rechtzeitig plant und in den meisten Fällen auch verbindliche Buchungen vornimmt, wird keinen Spaß mit seinem InterRail-Ticket haben.
Die oben genannten Zugreservierungen sollten schon Tage
oder Wochen vor der Fahrt getätigt werden. Zum einen
sind Züge auf viel befahrenen Strecken tatsächlich
bisweilen Tage vorher ausgebucht. Zum anderen ist
zusätzlich das Fahrkarten-Kontingent für
InterRail-Benutzer begrenzt. Man muss außerdem leider
sagen, dass man selbst an Bahnschaltern oft falsche
Informationen über die Verfügbarkeit bestimmter
Plätze bekommt. Für mehrere Schnellzüge und zwei
Nachtzüge, die wir in Genf nicht buchen konnten - sie
waren angeblich ausgebucht -, konnten wir in Marseille
problemlos Plätze reservieren.
Bei der Reservierung von Zügen ergeben sich noch
weitere Probleme: Wer in der Schweiz ausländische
Züge buchen will, muss damit rechnen, 5 Franken (etwa
3,50 Euro) Aufschlag zu bezahlen. Einen solchen
Aufschlag verrechnete man weder in Frankreich noch in
Spanien. In Portugal wiederum war es überhaupt nicht
möglich, ausländische Züge zu reservieren. Wenn man
Portugal also mit einem bestimmten Zug verlässt, muss
man eventuelle Anschlusszüge kurzfristig am
Umsteigebahnhof buchen, wenn man das nicht schon vor
der Einreise nach Portugal erledigt hat. Ähnliche
Probleme könnten sich in anderen Ländern ergeben -
eine frühzeitige Planung und Buchung kann dem
Interrailer diese Strapazen ersparen.
Die Unterkunft
bei einem solchen EuroTrip ist übrigens nicht so
einfach gefunden, wie man sich das bisweilen
vorstellt.
Zelten ist durchaus nicht die einfachste und billigste
Variante. Auch hier fallen Zeltplatzgebühren an und
abgesehen von dem geringen Komfort, den man beim Zelten
im Allgemeinen erfährt, dürfte es mühsam sein,
ständig ein Zelt (zzgl. Isomatte und Schlafsack) mit
sich herumzutragen, das man bei häufigem Ortswechsel
abends auf- und morgens wieder abbauen und bei Regen
notgedrungen nass wieder in die Schutzhülle stopfen
muss. Zeltplätze sind gerade in großen Städten eher
ungünstig gelegen, sodass weitere Kosten für den
Transfer in die Innenstadt anfallen können.
Auch in Hostels kommt man nur günstig unter, wenn man
frühzeitig bucht. Man sollte sich wirklich ersparen,
ohne Buchung in eine bestimmte Stadt zu kommen, um dann
zu erfahren, dass gerade eine besondere Veranstaltung
einen Besucheransturm provoziert, sodass alle
günstigen Übernachtungsmöglichkeiten bereits
ausgebucht sind.
Buchungen nimmt man am besten bei großen Webseiten wie
Hostelworld [5] vor, wo man gute
Möglichkeiten hat, Preise zu vergleichen,
Verfügbarkeiten zu überblicken und Erfahrungsberichte
zu lesen.
Auch bei günstigen Hostels kann man im Sommer mit durchschnittlichen Kosten von knapp unter 20 Euro pro Nacht - zumeist ohne Frühstück - rechnen. Über den Tag kommt man wohl nicht mit weniger als 10 Euro aus, man sollte eher mit 15 Euro oder mehr rechnen. Pro Zug fallen durchschnittlich 5 Euro Reservierungsgebühren an. Die genannten Kosten können sich stark vermehren, wenn man in teuren Ländern wie der Schweiz oder Schweden unterwegs ist, viele Museen besucht, in Restaurants speist, viele Nachtzüge und internationale Fernzüge verwendet oder Taxi-, Metro-, Tram- und Busfahrten reichlich in Anspruch nimmt.
Außerdem sollte man sich keinen Illusionen hingeben,
wie viele unterschiedliche Orte man in einer bestimmten
Zeit besuchen kann. Wer beispielsweise alle großen
Hauptstädte Europas auf seinem InterRail-Trip besuchen
will, sollte extrem lange Zugfahrten und eine
Gesamtreisedauer von mindestens einem Monat einplanen,
in der man nur höchstens eine Übernachtung in jeder
Stadt erlebt.
Ein Dilemma bleibt: Wer nicht viel Zug fährt und sich
lange an einem Ort aufhält, für den rentiert sich das
InterRail-Ticket womöglich preislich nicht. Wer die
Möglichkeiten des InterRail-Tickets ausnutzen will,
muss mit langen Zugfahrten und wenig Zeit an jedem
einzelnen Ort rechnen. Auf meinem vergangenen
InterRail-Trip habe ich beispielsweise fast jeden Tag
mindestens einen Zug benutzt und kam so insgesamt auf
Zugkosten von unter 400 Euro in 15 Tagen. Ohne
InterRail-Ticket wären Kosten von mindestens 700 Euro
angefallen. Ich halte es kaum für möglich, mehr als 4
Länder in 15 Tagen zu besuchen, wenn man nicht
unvernünftig lange Zugfahrten in Kauf nimmt.
Die Gesamtkosten für die 15tägige Reise beliefen sich
auf etwa 1000 Euro und ich halte das für einen
ziemlich niedrigen Wert. Ob man sich als Student also
eben mal einen solchen Trip leisten kann, ist
fraglich.
Als Fazit bleibt
also zu sagen: Ein InterRail-Trip kann nur schwerlich
ein richtiger Eurotrip werden, schon gar nicht ein
günstiger. Hoffnung auf besondere Spontaneität sollte
man sich nicht machen, sondern im Vornherein so viel
wie möglich buchen und reservieren. Und zuletzt sollte
man nicht blind davon ausgehen, dass sich das
InterRail-Ticket in jedem Fall preislich lohnt. Für
Frühbucher gibt es nicht nur in Deutschland ziemlich
günstige Zugfahrten und daher sollte nicht nur, wer
lieber eine Hand voll Städte besichtigen will und dort
jeweils mindestens 3 Tage bleiben möchte, unbedingt
die Rentabilität des InterRail-Tickets ausführlich
prüfen.
Zwischen Mainz und Köln fährt seit Anfang des Jahres
2010 die Mittelrheinbahn (MRB) [1]. Diese
Strecke legt der in Gelbtönen gehaltene Zug in ca.
dreieinhalb Stunden entlang des Rheins zurück. Das
Besondere an der Mittelrheinbahn ist, dass sie von dem
privaten Unternehmen trans regio unterhalten wird, das
sogar eigene Fahrkartenautomaten an den Bahnhöfen
aufgestellt hat. Die Strecke von Mainz nach Köln
führt allerdings durch drei unterschiedliche
Verkehrsbundgebiete: RNN, VRM und VRS.
Das hat zur Folge, dass - trotz der speziellen
Fahrkartenautomaten - keine Möglichkeit besteht, den
Tarif von Verkehrsbund übergreifenden Strecken zu
ermitteln. Will ich beispielsweise von Mainz nach
Koblenz, kann mir keine der Verkehrsbund-Webseiten
(RNN, VRM oder VRS) eine Auskunft darüber geben, was
ich auf dieser Strecke bezahlen muss. Die Webseite der
Deutschen Bahn scheint besser informiert: 17,10 Euro
verlangt man dort für diese Nahverkehrsstrecke - ganz
schön happig!
In meinem Fall ging es um die Strecke von Mainz nach Bonn. Wieder wusste nur die Webseite der DB Bescheid: Eine Fahrt mit der MRB sollte hier 26,30 Euro kosten. Eine Recherche nach den Kosten für die einzelnen Teilstrecken ergab:
Mit RNN von Mainz nach Bacharach: 7,80
Euro
Mit VRM von Oberwesel nach Rolandseck: 14,30 Euro
Mit VRS von Bonn-Mehlem nach Bonn: 2,40 Euro
Die einzelnen Tickets aus den Zuständigkeitsbereichen der einzelnen Verkehrsbünde kosteten also zusammen 24,50 Euro. Das konnte ich mir immerhin noch damit erklären, dass damit ja jeweils die Übergangsgebiete nicht inbegriffen waren. Aber dass ich für die ca. 140 Kilometer zwischen Bonn und Mainz doppelt so viel zahlen sollte wie für die 140 Kilometer zwischen Fulda und Mainz, die im RMV-Gebiet regulär 13,35 Euro kosten, wollte mir nicht einleuchten.
Eine Anfrage beim Kundenservice von trans regio ergab,
dass die billigere Variante das Rheinland-Pfalz-Ticket
sei, dass tatsächlich einen Gültigkeitsbereich von
Mainz bis Bonn habe und für eine einzelne Person nur
20 Euro koste [2]. Der Preis erschien mir
wiederum angemessen angesichts der Tatsache, dass damit
einen ganzen Tag lang Fahrten in ganz Rheinland-Pfalz
abgedeckt waren. Aber im Endeffekt war auch das
immernoch teurer als die Strecke von Fulda nach Mainz.
Unglaublicherweise braucht die Mittelrheinbahn
übrigens für jene Strecke von Mainz nach Bonn drei
Stunden, während man in gut zwei Stunden mit dem
öffentlichen Nahverkehr von Fulda nach Mainz gelangt.
Dabei muss man im Gegensatz zur Fahrt mit der
Mittelrheinbahn sogar noch umsteigen!
Tatsache bleibt aber, dass durch den Geheimtipp
"Rheinland-Pfalz-Ticket" die Kosten auf Strecken, die
die Mittelrheinbahn enthalten, reduziert werden
können. So will die Bahn etwa zwischen Mainz und Köln
im Nahverkehr 30 Euro. Nimmt man aber das
Rheinland-Pfalz-Ticket bis Bonn und löst danach ein
Ticket bis Köln, bezahlt man nur 26,60 Euro.
Noch unverschämter ist dagegen der Preis für die
Verbindung zwischen Fulda und Bonn mit
Nahverkehrsmitteln: Die Webseite der DB veranschlagt
für diese Route 41,90 Euro. Mit dem
Rheinland-Pfalz-Ticket und der Einzelfahrt von Fulda
nach Mainz fallen aber nur 33,35 Euro an.
Schließlich bleiben die Tarife der Bahn aber
verbindlich für alle BahnCard-Besitzer: Auf das
Rheinland-Pfalz-Ticket gibt es für die nämlich keine
Vergünstigungen.
Außerdem bin ich nach dieser ausführlichen Recherche
zu dem Schluss gekommen, dass die MRB für längere
Strecken einfach überhaupt nicht geeignet ist - dafür
ist sie zu langsam und zu teuer. Von Mainz nach Köln
kommt man (ohne Umsteigen) schließlich auch mit dem IC
und das kostet dann zwar 36 Euro, aber dafür sitzt man
auch nur die Hälfte der Zeit im Zug - nämlich 100
statt 200 Minuten. Und wer die goldene Mitte sucht,
fährt alternativ für reguläre 30 Euro mit zwei REs
von Mainz nach Köln in 150 Minuten.
Seit dem 19. oder 20. Juli 2010 kursieren im D1-Netz
der Telekom Kurznachrichten (SMS), deren Absender und
Inhalt scheinbar völlig zufällig zusammengestellt
werden. Das heißt, die Nachrichten enthalten
zufällige alphanumerische Zeichenfolgen (wirre,
"kryptische" Buchstaben und Zahlen) von 20 bis 50
Zeichen Länge. Die Absender sind stets ausländische
Telefonnummern.
Mit dem Problem beschäftigt man sich nun also schon
seit über einer Woche in verschiedenen Internetforen.
Ich habe zusammgestellt, was der Austausch der User in
folgenden Internetforen ergeben hat:
ComputerBase - Forum
Computerbetrug - Forum
ThinkPad - Forum
Blogaddict
gutefrage.net (wenig Aktivität)
myGully - Forum (wenig Aktivität)
gulli:board (wenig Aktivität)
iFun - Forum (wenig Aktivität)
Growbook - Forum (inaktiv)
Was steht in den Nachrichten?
Ein unerklärliches, anscheinend zufälliges und
sinnloses Wirrwarr aus Zahlen und Buchstaben
ZW3n0CCsK8DJYj6ea8RXytNRZlOIqefO8it0eiWmh2CrFPWI1
BPYJlBqA6mGQI431dilq7j48ZJzcKzqiEPtctzZAberW4EN21
WmHyOA9UOr5i02sI2oyVz33QqlIuF0mrPuFFxyme8MaLQcx7U
oPv2gr4ylTGjAstTpJTAHCWp3NCzBfUzHY55xlADc9QftRBC7uyVGHJeCm8Cy0tUklAOnltvyqEsPZC2
NwbHjYRiQigKhelUWYZCzPW7SqhpvtiYrOyrHxeY5WmUkofkhH0qVC8ejj1jQf2mfqxGIf3ZQq
Leerzeichen treten in den meisten Fällen ebensowenig wie Sonderzeichen auf. Die Länge der Nachrichten variiert zwischen 20 und (in Einzelfällen) über 100 Zeichen.
Wer verschickt diese Nachrichten?
Die Nummern der Absender haben Vorwahlen
unterschiedlicher, aber stets weit entfernter Länder
wie Vietnam, Indien oder Burkina Faso (Westafrika). Die
Ziffernfolgen der Nummern sind nicht auffällig,
sondern eher gewöhnlich - wie Privatnummern.
Betroffene, die die Nummern zurückzurufen wagten,
wurden mit Privatpersonen oder Call-Centern verbunden.
Nie sprach der gewählte Gesprächspartner Deutsch.
Bisweilen war niemand unter diesem Anschluss
erreichbar.
Wer ist betroffen?
Es handelt sich bei den Empfängern um Kunden aller
Mobilfunkanbieter, die das D1-Netz verwenden: Discotel,
Simply, T-Mobile, Callmobile, Congstar und andere.
Betroffen sind sowohl Nummern mit D1-Vorwahl als auch
portierte Nummern mit anderen Vorwahlen. Unter den
Empfängern gibt es welche, die schon über ein Jahr
ihre Verträge oder Prepaid-Tarife haben - ebenso gibt
es aber auch Neukunden wie mich die seit weniger als
einem Monat dabei sind [1]. Der Handytyp
scheint auch beliebig zu sein: iPhone-User befinden
sich unter den Betroffenen ebenso wie
Billig-Handy-Benutzer.
Die anfängliche Vermutung, ausschließlich
Auslandsreisende könnten betroffen sein, wurde durch
mehrere Betroffene widerlegt, die sich längere Zeit
nicht mehr im Ausland aufgehalten haben. Außerdem
konnten einige Betroffene (auch ich) garantieren, dass
sie ihre Nummer nicht an Dritte außerhalb ihres
engeren Bekanntenkreises weitergegeben haben - um
Werbung handelt es sich angesichts der sinnlosen
Inhalte aber ohnehin nicht.
Eine Sache ist jedoch sicher: Nicht alle D1-Nutzer sind
betroffen. Ich selbst habe auf meinem Zweithandy
(T-Mobile), dessen Handy-Nummer eigentlich viel weiter
verbreitet ist, noch keine einzige solche SMS erhalten
- das gleiche trifft auf die Handys meiner Eltern zu
(ebenfalls T-Mobile).
Was haben Betroffen zu befürchten?
Bis zu zwei Kurznachrichten pro Tag stellen eine
ärgerliche Belästigung dar, zumal die Nachrichten
auch manchmal zu nächtlicher Stunde eintreffen.
Darüber hinaus berichten einige Betroffene davon, dass
ihnen diese Nachrichten in Rechnung gestellt wurden.
Manch einer bezahlte dabei den üblichen SMS-Tarif,
andere wurden ihr gesamtes Guthaben los. Ein
Betroffener konnte seiner Mobilfunkrechnung entnehmen,
dass die entstehenden Kosten unter "sonstige Dienste"
zusammengefasst werden. Wieder andere sind sicher, dass
keine Kosten durch die Spam-Nachrichten entstanden
sind.
Was kann man dagegen tun?
Einzelne Anfragen bei der Deutschen Telekom haben
bisher nichts erreichen können. Der Kundenservice der
Telekom scheint von diesem Problem bislang nichts
gehört zu haben. Da die Ursache des Problems völlig
unbekannt ist, gibt es momentan noch keine Möglichkeit
direkt und effektiv dagegen vorzugehen.
Es ist aber anzuraten, sich mit seinem
Mobilfunkanbieter in Verbindung zu setzen und ihm die
Sachlage zu unterbreiten. Eine Beschwerde bei der
Bundesnetzagentur ist ebenso denkbar. Wer diesen
Aufwand scheut, aber nicht untätig bleiben will, tut
am besten daran, seine Erfahrungen in einem Eintrag ins
ComputerBase-Forum zu schildern [2]. Dort
gibt es den bislang längsten und aktivsten Thread zum
Thema.
**** Update
Zur Entwicklung seit der Erstellung des Artikels kann
man sich genauestens in den Kommentaren informieren.
Insbesondere wurde wohl inzwischen eine SMS-Sperre für
die fraglichen Spamnachrichten eingerichtet
[3]. Außerdem berichten inzwischen die
Webseiten stern.de [4], teltarif.de
[5] und bnet.info [6]. Ich selbst
kann bestätigen, seit der Sperre keine SMS mehr aus
wirren Zahlen und Buchstaben erhalten zu haben.
Wirre alphanumerische Zeichenketten wurden jetzt
nämlich scheinbar komplett durch Bibelverse ersetzt,
von denen nun im Eplus-, O2-, Vodafone- und D1-Netz
berichtet wird. Es handelt sich um englische Zitate aus
der King-James-Bibel, einer 250 bis 400 Jahre alten
Übersetzung des Alten und Neuen Testaments ins
Englische.
Ich habe bereits früher davon berichtet, wie
Spam-Versender mithilfe von Texten, die zwar sinnvolle
Worte und Sätze enthalten, aber keine erkennbar
sinnvolle Aussage haben, Spam-Filter umgehen können
[7]. Vermutlich handelt es sich auch jetzt
wieder um eine Maßnahme der Spammer, die Abwehr- bzw.
Filtermaßnahmen der Netzbetreiber auszuhebeln.
Im aktuellen
Media-Markt-Prospekt "Tiefste Preise im Hochsommer" auf
Seite 4 kann man das grazilste und kraftvollste Stück
Technik bewundern, das dieser Planet seit der Erfindung
des Rads hervorgebracht hat: Ein Laptop, der "Kann
alles, hat alles!" Wer Augen im Kopf hat, der
staune!
Fast ein halber Meter Bildschirmdiagonale
Mobilität muss ganz neu definiert werden: Das
Notizbuch (engl. Notebook) im Kinoformat. Dass der Akku
mit 70 Wattstunden nur 3 Stunden hält, stört dabei
überhaupt nicht: nach 10 Minuten sind die Beine eh
eingeschlafen, wenn man das 5 Kilo-Leichtgewicht auf
dem Schoß hat.
High-End-Workstation für den Kofferraum
Dass angesichts der geballten Leistung jeder Rucksack
oder Bollerwagen [1] versagt, stört nicht.
Dieser Laptop ist für alle, die ohnehin nie wussten,
was sie mit dem Kofferraum ihres Kombis anfangen
sollen. Dafür ersetzt diese Eier legende Wollmilchsau
auch gleich den Camcorder mit der HD-Webcam, den
Heimserver mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher ("Starkes
Stück") und 1,28 Terabyte Festplatte ("die neue
Tera-Ära") und die Multimedia-Workstation mit
Vierkernprozessor ("der schnelle Prozessor"),
integriertem 5.1-Soundsystem und
1024-Megabyte-Grafikchip. Mit dieser "Ultimative[n]
Grafikkarte" braucht man auch für die neuesten
3D-Spiele keinen unhandlichen Desktop-Rechner mehr.
Komfort und Design
in Vollendung
Für "höchsten Komfort per Fingertip" sorgt das
sensible "Duo Touchpad" und wer den Komfort-Kick
schlechthin sucht, wird mit dem "silbernen
Lautstärkeregler" mehr als bedient. Ein gebürstetes
Aluminium-Gehäuse lässt MacBook-Nutzer vor Neid
erblassen. Bei jedem Start 20 Zeichen lange Passwörter
eingeben ist Vergangenheit mit dem Fingerabdruck-Sensor
für "mehr Sicherheit" [2].
Der hellste Stern am Laptop-Himmel
Mit seiner Portabilität, seiner Ausstattung, seiner
Eleganz und einem einzigartigen Look and Feel
(zugeklappt vier Zentimeter flach) erschlägt dieser
Laptop alles, was es bis heute unter dem Namen "Laptop"
zu kaufen gab. Und dieser ewige Ruhm steht unter dem
Zeichen des Laptopherstellers mit der wohl am wenigsten
umstrittenen Reputation auf dem Notebookmarkt: Acer.
Ja, wieder setzt Acer den neuen Trend: Wo alle dachten,
Netbooks und Tablets mit sparsamen Intel
Atom-Prozessoren übernähmen den Markt [3],
zeigt Acer völlig überraschend und sensationell
überzeugend die neue Richtung an.
Vergessen Sie ihre Pläne für ein
Multimedia-Wohnzimmer mit Plasmafernseher,
BluRay-Recorder und Surround-Soundsystem und
investieren Sie Ihre hart ersparten 2000 Euro in etwas
Sinnvolles: Das Acer Aspire 8943G mit vollen zwei
Jahren Herstellergarantie und dem Glanz von 50
Jahrtausenden Technikgeschichte. Schlagen Sie jetzt
zu!
Facebooks Umgang mit Kundendaten war mir schon immer
suspekt. Man wundert sich auch viel zu wenig darüber,
welche Kapazitäten die Betreiber ihren Benutzern
völlig kostenfrei zur Verfügung stellen.
Es fängt damit an, dass man nach der Anmeldung den
Ratschlag bekommt, das Passwort seines Email-Accounts
einzugeben. Da lief mir bereits ein eiskalter Schauer
über den Rücken - ich verzichtete dankend. Dann
schlug man vor, ich solle doch die Kontaktdaten aus
meiner Email-Software exportieren und bei Facebook
hochladen. Hier war ich schon nicht mehr ganz abgeneigt
und exportierte aus meinem Adressbuch zumindest
diejenigen Kontakte, von denen ich wusste, dass sie bei
Facebook angemeldet waren. Das würde mir einige
Sucherei ersparen.
Datenschutzrechtlich anstößig wurde Facebook dann
wieder, als ich zum ersten Mal in Erwägung zog, eine
der Facebook-Applications zu aktivieren. Ohne Scheu
wies man mich darauf hin, dass die Entwickler der
Application (sic! nicht die Application selbst!) nach
der Aktivierung vollen Zugriff auf meine Daten und -
wirklich angsteinflößend - auf alle Wall-Einträge,
privaten Nachrichten, Fotos und sogar viele Daten
meiner Kontakte haben würden. Seitdem habe ich es nie
wieder auch nur in Betracht gezogen, eine solche
Application zu verwenden und immer, wenn ich sah, dass
einer meiner Kontakte eine solche Application
(FarmVille und co) in Verwendung hatte, überkam mich
das Gruseln.
Jetzt hat ein Hamburger Datenschützer Facebook in
Deutschland vor Gericht gebracht, wie Golem.de
berichtet [1]. Seine Anklage bezieht sich
insbesondere auf die oben genannte
Friend-Finding-Funktion, bei der man seine
Email-Kontakte an Facebook übermittelt. Das Problem
bei dieser Vorgehensweise ist offensichtlich, dass
Facebook auf diesem Wege Zugriff auf persönliche Daten
von Menschen bekommt, die bei Facebook gar nicht
angemeldet sind. Und das nutzt Facebook anscheinend
sogar radikal aus:
Die über die Friend-Finding-Funktionen gesammelten Daten von Menschen, die nicht zum Facebook-Nutzerkreis gehören müssen, würden zudem dauerhaft gespeichert.
Ich bin wirklich entgeistert. Es war klar, dass auch Facebook nichts zu verschenken hat. Aber so nonchalant Daten zu akkumulieren, ohne die Einwilligung der Betroffenen einzuholen oder sie auch nur darüber zu informieren, ist kein Kavaliersdelikt. Natürlich habe ich von Anfang an vermieden, wirklich persönliche Dinge bei Facebook zu hinterlassen. Aber wenn man dann mal eine Nachricht an einen Freund in Facebook schickt, ist man auch nicht immer so geistig anwesend, dass man alles Private herausfiltern könnte. Und wenn ich mir überlege, dass der Kontakt, dem ich diese Nachricht schicke, eventuell eine Application aktiviert hat, die Zugriff auf diese meine Nachricht erhält - dann weiß ich echt nicht mehr, ob ich überhaupt noch irgendwas bei Facebook machen kann, ohne dass ich fürchten muss, dass ein Dritter darüber in Kenntnis gesetzt wird, von dessen Existenz ich überhaupt nichts erfahre.

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