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Unter der Marke "Jumbo
Spiele" verkauft der niederländische Spieleverlag
Hausemann & Hötte den "Rubik's Cube" in
Deutschland. Das bunte, würfelförmige Puzzle-Spiel,
meist nach seinem ungarischen Erfinder (bisweilen aber
auch "Zauberwürfel") benannt, ist deswegen besonders
schwer lösbar, weil es so unvorstellbar viele falsche,
aber nur eine richtige Stellung gibt.
Der Hersteller wollte sein Produkt damit natürlich eindrucksvoll anpreisen. Das Ergebnis seiner Bemühungen findet sich mit einem Klick aufs Artikelbild. Anscheinend dachte man, die Deutschen seien schwerer zu beeindrucken und schrieb bei ihnen einfach mal eine größere Zahl an Kombinationsmöglichkeiten hin: 43 Quintillionen. Auf Französisch und Niederländisch sind es dagegen nur 43 Trillionen Möglichkeiten.
Wikipedia löst die Konfusion auf: Es gibt "nur" 43 Trillionen Möglichkeiten [1]. Der Übersetzungsfehler ist an dieser Stelle besonders ungewöhnlich, weil er gewöhnlich nur bei Übersetzungen aus dem Englischen auftritt. Die Amerikaner (bisweilen auch die Briten) benutzen nämlich die sogenannte "kurze Leiter" [2]. Das heißt, sie nennen die Zahlen nach dem Prinzip "Million, Billion, Trillion, Quadrillion, ...", wohingegen man in allen übrigen Sprachen der Welt jeweils die "-arden" einfügt ("lange Leiter"). Das Englische "billion" heißt in der Regel also "Milliarden". Und "quintillion" heißt entsprechend "Trillion". Wer mehr über diese Verwirrung erfahren möchte, sollte sich den Telepolis-Artikel vom 03.09.2002 zu Gemüte führen [3].
Warum Jumbo Spiele, eine niederländische Marke, diesen Übersetzungsfehler ausgerechnet bei der Übersetzung ins Deutsche macht, ist rätselhaft. Zum Schluss gibt es zur Verdeutlichung des Irrtums nochmal die beiden Zahlen im Dezimalsystem:
Trillion:
1.000.000.000.000.000.000
Quintillion:
1.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000
[1] de.wikipedia.org/wiki/Zauberwürfel
[2] miakinen.net/vrac/nombres#lettres_zillions
[3] heise.de/tp/r4/artikel/13/13184/1.html
Am vergangenen Mittwoch,
3. Februar, wurde auf ARD eine TV-Filmkomödie mit dem
Titel "Die Spätzünder" [1] ausgestrahlt. Es geht
darin um den Gitarrenspieler Rocco, Anfang 40, der
seinen Lebensunterhalt als Pflegekraft in einem kleinen
privaten Wohnheim für alte Damen und Herren verdient.
Als er eines Tages aus seiner Band geworfen wird,
greift er den Vorschlag einer Freundin auf, mit den
Bewohnern des Pflegeheims eine neue Band zu gründen.
Leider findet die unsympathische Heimleiterin die Idee
überhaupt nicht gut und feuert ihn sofort. Die alten
Leute vermissen Rocco und richten sich deshalb in einem
benachbarten Schuppen ein, in dem sie nachts heimlich
mit ihm proben können. Ihr Ziel ist ein großer
nationaler Bandcontest. Beim Dreh des Bewerbungsvideos
werden sie von der Heimleitung erwischt und die zeigt
Rocco diesmal sogar bei der Polizei an. Das Video
gerät auf Umwege tatsächlich ins Internet und die
Band wird berühmt. Den Bandwettbewerb gewinnen "Rocco
und die Herzschrittmacher" natürlich auch und am Ende
ist alles Friede, Freude, Eierkuchen, als die Rentner
mit ihrem hippen Gitarristen im Tourbus von dannen
fahren.
Der erste Gedanke, der mir angesichts dieser Handlung kam, war: Da hat Rocco aber ziemlich Glück mit seinen alten Freunden gehabt. Nach meinem Pflegepraktikum in einem Fuldaer Altenwohnheim hatte ich einen ganz anderen Eindruck von der Atmosphäre in einer solchen Wohnstätte. Aufständisch oder derart aktiv waren da nur wenige und einen "Drachen" wie die Heimleitung im Film bekam ich auch nicht zu Gesicht.
Die Konstellation von dieser "Altenheimromantik", unterdrückt von einer gnadenlosen Heimleitung scheint schon älter zu sein. Ich kam zum Beispiel bei der Lektüre von "Cloud Atlas" [2] mit ihr in Berührung. Dort war die Thematik aber weitaus ironischer behandelt worden und schien daher gewollt unrealistisch zu sein.
Ebenso humorvoll wurde das Thema Altenheim schon mehrfach in den Simpsons behandelt. Insbesondere in der Folge vom 31. Januar (Erstausstrahlung USA) aus der 21. Staffel gelingt es Lisa, die Stimmung in Grampas Wohnheim durch den Kauf einer "Funtendo Zii" zu heben. Die Heimleitung beseitigt das Gerät aber schon bald wieder, als sie merkt, dass die alten Leute plötzlich vor Lebensenergie sprühen und daher viel schwieriger unter Kontrolle zu halten sind.
Im ARD-Programm wirkt der Film, als habe man versucht, das große Rentnerpublikum mit den jüngeren Zuschauern auf einen Nenner zu bringen. Entstanden ist dabei ein sehr verklärter, kitschiger, aber doch eigentlich unterhaltsamer TV-Film - das muss man den "Spätzündern" einräumen. Allerdings kann das Filmchen in der Umsetzung dieser schon viel verwendeten Idee bei weitem nicht mit anderen Ansätzen (wie denen in Cloud Atlas und in den Simpsons) Schritt halten.
[1] imdb.de/title/tt1450151
[2] tovotu.de/archiv/420-Tol...pt-mit-kritikwrdigem-Thema
[3] en.wikipedia.org/wiki/Million_Dollar_Maybe
Es war einmal in einem Land mit besonders ausgefeilter
Bildungspolitik, da redeten zwei junge Männer über
ihren Schulunterricht...
"Im Mathe-Grundkurs machen sie schon Integralrechnung - das hatten wir im Leistungskurs noch gar nicht. Dafür machen wir aber andere schwere Sachen." - "Was denn?" - "Wir leiten die e-Funktion ab!"
Spätestens seit April
2008, als der Betreiber des Blogs "denkspuren" [1] von
der Sache berichtete, kursieren im Internet Berichte
und Videos davon, wie jemand im Lidl das Kassensystem
"lahm legt", indem er an der Kasse einen Pfandzettel
und Produkte im exakten Gegenwert dieses Pfandzettels
vorlegt, sodass sich die Summe zu Null auflöst.
Gerüchten Zufolge ist dieser Fehler oder "Bug" schon
mindestens seit November 2007 bekannt, wird jedoch
trotzdem nicht behoben.
Meine Kenntnis von dieser Tatsache stammt aus einem
YouTube-Video des Bloggers hoohead [2], der in diesem
Video den von ihm "Lidl-Hack" getauften Vorgang
durchführt. In Eigenregie filmt er sich dabei, wie er
vor dem Lidl eine Flasche Wasser leert. Nachdem er für
diese am Pfandautomaten die Pfandwertmarke erhalten
hat, wartet er schon mit seinem ersten "Trick" auf: Mit
einem Tritt in die linke untere Ecke des
Pfandautomatens verursacht er bei diesem scheinbar
einfach eine Störung.
Der Spaß geht hier erst los: Im Lidl greift der
"Hacker" sich eine Packung Puddingpulver für 25 Cent.
Zusammen mit dem Pfandzettel ergibt diese
Zusammenstellung an der Kasse schließlich 0 Euro - ein
Piepston ertönt und auf der Anzeige der Kasse
erscheint "Autorisierung!". Der Kassierer hat damit
nicht gerechnet und als er eine Kollegin nach dem
korrekten weiteren Vorgehen fragt, verabschiedet sich
unser Hacker schon mit den Worten "Das war der
berühmte Lidl-Hack, die Leute sind ratlos", und zum
Mitarbeiter "Den Pudding schenke ich Ihnen,
wiedersehen!" Nach einigen humorlosen Lachern seitens
des Kameraführers und abschließenden Grußworten, ist
das Video damit beendet.
Ich fragte mich, was an der Sache dran ist, und
beschloss, es selbst auszuprobieren, als ich gestern
zufällig in Schlitz vor einem Lidl stand. Um eine
gewisse Authentizität zu wahren, war mein Vorgehen dem
des eben erwähnten hooheads nachempfunden. Als die
Kassiererin allerdings an der Kasse den Pfandwert mit
dem Pudding zu Null verrechnete, schien sie nicht
sonderlich überrascht, hatte den Schlüssel direkt zur
Hand, um die Kasse zu reaktivieren und fertigte mich
und meine Begleiter mit den Worten "Hebt sich auf -
Kassenzettel braucht ihr ja nicht, oder?" ab.
Der Tritt gegen den Pfandautomaten - gemäß der
Anleitung im Video - funktionierte bei dem hier
vorgefundenen Modell übrigens nicht und ich war
schlussendlich ein wenig enttäuscht. Ich kann euch
allerdings versichern, dass die Sache klappt, wenn man
nur eine bisschen unerfahrenere Person hinter der Kasse
sitzen hat und vor allem auf den Kassenbon besteht! Vor
allem letzteres wird in einem anderen Video [3]
deutlich, in dem der ganze Vorgang auch deutlich
spektakulärer verläuft als bei hooheads Version.
Denkt bitte daran, was für einen "tollen" Job ein
Kassierer hat, wenn ihr ihn mit solchen Aktionen
zugunsten eures Vergnügens verwirren wollt!
[1] denkspuren.blogspot.com/...dl-und-der-kassen-bug.html
[2] hoohead.hoohost.org/?p=14
[3] youtube.com/watch?v=B6Ki1x0iPpc

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