Wohnheimsuche in Bonn: Informationen und Anlaufstellen

Im Oktober werde ich ein Studium an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn beginnen. Ich bin zwar noch nicht eingeschrieben, weil der dafür vorgesehene Zeitraum erst Mitte September ist. Aber da ich ein Fach ohne Zulassungsbeschränkung im Blick habe und ich ohnehin schon vor meiner Immatrikulation an einem Vorkurs teilnehmen werde, kann ich diesen Plan getrost als Faktum hinstellen.
Inzwischen habe ich auch eine Unterkunft in der ehemaligen Bundeshauptstadt gefunden. Als armer Student, der zudem niemanden kennt, der in der gleichen Stadt zu studieren gedenkt, entschied ich mich für eine Bewerbung in den örtlichen Studentenwohnheimen. Nachdem ich das nervenaufreibende Prozedere des Bewerbungsprozesses durchgemacht hatte, musste ich feststellen, dass die Informationslage im Internet diesbezüglich ziemlich dürftig ist. In meinem heutigen Artikel werde ich diese Lücke also vorerst mit ein bisschen Detailwissen zu schließen versuchen.

Die Zuteilung der Plätze in sämtlichen Studentenwohnheimen Bonns ist inzwischen nahezu komplett an das Studentenwerk übergegangen, soweit ich das überblicke. Nähere Informationen zum Bewerbungsprozess und zu den 38 Wohnanlagen (mit über 4200 Plätzen) sollte man auf der entsprechenden Homepage des Studentenwerks bekommen [1]. Man kann aber nicht gerade behaupten, diese Webseite sei uneingeschränkt übersichtlich, verständlich und vollständig.
So wird man zwar problemlos zu der Information gelangen, dass die Bewerbungsfrist der 20. August ist (zum Sommersemester: 20. Februar). Wie das Bewerbungsverfahren aber konkret abläuft, wird aber auch unter dem Punkt "Bewerbung" nicht besonders deutlich beschrieben. Zunächst einmal ist zu betonen, dass beim Bewerbungsverfahren des Studentenwerks völlig egal ist, wie früh man sich bewirbt: Am Ende der Bewerbungsfrist gibt es eine Verlosung der Plätze unter allen Bewerbern, die dabei sämtlich gleichberechtigt sind.

Kein Vorteil für Frühaufsteher also - das mag für manchen Spätzünder gerecht klingen, bringt aber für jeden einige Nachteile mit sich: Wenn am 20. August die Bewerbungsfrist vorbei ist, beginnt die Bearbeitung der Bewerbungen. Es kann also durchaus bis Anfang September dauern, bis man überhaupt eine Rückmeldung in Form einer Losnummer erhält. Wer im September schon nach Bonn muss, weil er dort an Vorkursen teilnehmen will, wird in zeitliche Bedrängnis geraten. Die eigentliche Verlosung findet dann erst Mitte September statt und so ist nicht damit zu rechnen, dass man sein Zimmer üblicherweise vor Oktober schon beziehen kann.
Sollte man nach der Verlosung noch immer auf der Straße stehen, wird es eng, auf anderem Wege eine Wohnung zu finden. Eine gewisse Chance besteht, in Sonderverlosungen Ende September und Oktober mit seiner Losnummer kurzfristig ein Zimmer in einem Wohnheim zu ergattern.

Die unangenehme Unsicherheit, die mit dem spät stattfindenden Losverfahren einhergeht, hat das Studentenwerk inzwischen anscheinend dazu veranlassen können, über eine Änderung des Bewerbungsverfahrens nachzudenken. Diese Information konnte mir eine freundliche Dame des Studentenwerks am Telefon geben. Nicht zuletzt, weil die Angaben in diesem Artikel also womöglich bald ihre Gültigkeit verlieren könnten, ist es sehr hilfreich und sinnvoll im Falle von Unklarheiten beim Studentenwerk anzurufen. Bei mir hatte das die angenehme Folge, dass ich veranlassen konnte, schon im September ein Zimmer zu bekommen.

Zu den einzelnen Wohnanlagen bleibt noch Folgendes zu erwähnen: Nur wenige verfügen über eine eigene Homepage und fast keine hat dort wirklich hilfreiche Informationen und Bilder über die Zimmer und die Anlage. Selbst die Webseite des Studentenwerks hat nicht für jedes Wohnheim, das man auf dem Bewerbungsbogen auswählen kann, eine Informationsseite. Um die Beschreibungen auf den Seiten des Studentenwerks zu verstehen, bedarf es außerdem des Vorwissens über einige Begriffe: Unter Appartement versteht man ein Zimmer für eine Person mit Kochecke/Küche und Dusche/WC. Für ein Doppelappartement, in dem zwei Personen Platz finden, kann man sich nur anmelden, wenn man bereits einen Mitbewohner hat. Den Halbappartements fehlt in der Regel die Kochmöglichkeit und in den so genannten Einzelzimmern, die überwiegend vorhanden sind, teilen sich fünf bis zehn Bewohner eine Küche und zwei bis drei Duschen und Toiletten. Einzelzimmer sind dabei in so genannten Wohnbereichen gruppiert, die einige Ähnlichkeit mit Wohngemeinschaften (WGs) aufweisen.

Wenn man also in Bonn in einem Studentenwohnheim unterkommen möchte, bringt eine frühe Bewerbung nichts - die Bewerbungsfrist sollte natürlich trotzdem eingehalten werden. Eine komplette Liste der wählbaren Wohnheime gibt es ausschließlich auf dem Bewerbungsbogen. Informationen zu den einzelnen Wohnheimen erhält man meist nur über die Webseite des Studentenwerks (Menüpunkt: Wohnanlagen) und natürlich vor Ort und auf Anfrage. Man sollte sich darauf einstellen, in zeitlichen Bedrängnis zu geraten, wenn man über das Losverfahren keinen Platz bekommt. Bei allen Rückfragen, Unklarheiten, Beschwerden und Wünschen sollte man unbedingt in direkten Kontakt mit dem Studentenwerk treten - am besten per Telefon. Dort erhält man in der Regel schnelle und freundliche Hilfe und den ein oder anderen Sonderwunsch ist man dort zu erfüllen auch nicht völlig abgeneigt.

  1. studentenwerk-bonn....hnen/online-bewerbung
29. August 2010 - Tags: Karriere Bonn Studium