tovotu

18. Juli 2008
Einmal Kultur und zurück - Der Hamburgreise erster Teil

Eine Stadt wie Hamburg hat sicherlich stets genug zu bieten um drei Tage zu füllen. Meine Mitreisende und ich wollten uns in dieser Zeit unserer kleinen Reise jedoch möglichst nicht auf die Standard-points-of-interest beschränken. Hafen, Speicherstadt und die üblichen Wahrzeichen Hamburgs standen bei unserem Besuch hinter interessanten Ausstellungen, Museen und anderen Örtlichkeiten zurück. An- und Abreise erfolgten recht günstig und schnell per Zug und Unterkunft fanden wir praktischerweise in der Verwandtschaft meiner Mitreisenden. Diese günstigen Umstände brachten uns übrigens überhaupt erst auf die Idee, gerade nach Hamburg zu fahren.

dienstag // Wir kamen also Dienstag früh um 9 Uhr an und starteten unverzüglich mit einer kleinen Orientierungsrunde durch die Innenstadt. Vom Hauptbahnhof ging es durch die Einkaufsstraßen über Speicherstadt und Innenalster zur St. Michaelis-Kirche. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns zu genüge orientiert, um unsere ersten Pläne zu schmieden. Dabei halfen uns ein etwas unübersichtlicher dafür aber großer Falk-Plan, eine etwas schönere, dafür kleinere Karte von der Touristeninformation und meine am Vortag via Internet herausgesuchten Information über Hamburgs Ausstellungen, Veranstaltungen und sonstige Örtlichkeiten.

Weil wir beim Michel nun mal in der Nähe waren und die Sache für Minderjährige kostenfrei war, sahen wir uns die so genannten "Krameramtsstuben" an, die sich als ein historisches Gebäude herausstellten, in dem mehr Souvenirs verkauft als Gegenstände ausgestellt wurden. Den Besuch kann man sich auch sparen, vor allem wenn man Geld dafür hinblättern müsste.

Frohen Mutes wurden wir jetzt von der Dachbodenbande zurück in die Speicherstadt gezogen - neben das überfüllte Hamburg Dungeon und das Miniatur Wunderland. Wir wussten nicht, was uns erwartet, doch die Begriffe "Dachboden" und "Spielzeugmuseum" machten einen vielversprechenden Eindruck. Beim Eintreten empfing uns die Musik aus dem Film "Amélie Poulain" und ein graubärtiger Mann an der Kasse gewährte uns dank der Hamburgcard Einlass zum doppelt ermäßigten Preis.

Das Museum war genau genommen ein übergroßer verstaubter Dachboden voll mit altem Gerümpel, worunter sich zwar überwiegend Spielzeug, zu einem großen Teil aber auch Objekte jeder erdenklich anderen Art befanden. Begleitet von der "fabelhaften" Musik stellte sich nach einigen Schritten durch die aufgetürmten Nichtigkeiten eine unbeschreiblich geheimnisvolle Stimmung ein, die von den Betreibern trefflich als "Dachbodenzauber" bezeichnet wird. Unwillkürlich ward das Kind in einem geweckt, das gebannt ständig hinter jeder Staubschicht ungeahnte Schätze vermutet. Wir verließen die stimmungsvollen Räumlichkeiten vermutlich nach längerer Zeit, hatten das Zeitgefühl tatsächlich jedoch so gut wie verloren. Diese Erfahrung sei ausdrücklich jedem Besucher der Hansestadt empfohlen!

Als nächstes stand das Haus der Fotografie in den Deichtorhallen auf dem Programm. Wir besuchten hier eine Ausstellung über das Werk des Fotografen F. C. Gundlach, eines deutschen Modefotografen. Die Ausstellung war groß, der Eintritt für U18-Gäste frei und die Fotografien wirklich schön anzusehen.

Die Uhr war stetig fortgeschritten und auf dem Weg zu einem Ort, an dem unser aufkommende Hunger gestillt werden sollte, trafen wir jetzt außerplanmäßig auf die Galerie freelens, in der Bernard Larsson Fotos über das Berlin der sechziger Jahre präsentierte. Diese Ausstellung war verhältnismäßig klein, aber durchaus interessant anzuschauen.

Anschließend setzten wir unseren Weg fort: zum Ti Breizh - dem Haus der Bretagne. Zugleich Modeboutique, Ausstellungsraum aber vor allem Restaurant vermittelt dieser Ort mitten in Hamburg "bretonische Atmosphäre". Wir nutzten den gastronomischen Teil des Hauses, indem wir aus der großen Auswahl an süßen Crêpes und herzhaften Buchweizen-Galettes eine ausgiebige Mahlzeit auswählten. Das Essen war lecker und machte mehr als satt. Außerdem waren die Preise sehr in Ordnung und das Personal bestand aus "echten" Bretonen. Nur einen Rabatt, den wir gewöhnlich mit der Hamburgcard bekommen hätten, wollte man uns nicht gewähren: man warf uns vor, wir hätten zu spät erwähnt, dass wir die Card besitzen. Trotzdem kann ich Hamburgs Haus der Bretagne wärmstens weiterempfehlen!

Nach einem abschließendem Bummel durch die Einkaufspassagen Hamburgs war unser erster Tag an dieser Stelle schon beendet.

Den Rest der Reise habe ich in einem weiteren Artikel zusammengefasst.

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