2. November 2007
E.T.A. Hoffmann hätte sich geehrt gefühlt
Vor einem halben Jahr beehrten sie Fulda - nicht zum ersten Mal - mit einem Besuch. [1] Und obwohl die Band auf über 200 Jahre Konzertologie zurückschauen kann, hat Coppelius erst dieses Jahr einen Plattenvertrag ergattern können. Das so im September erschienene erste Album Time-Zeit vereinigt endlich die zwar oft auf Konzerten gespielten, aber nie auf den drei Demo-CDs veröffentlichten Meisterstücke der berliner Musikanten.
Herausragend durch ihre ungewöhnliche Instrumentenbesetzung und ihr konsequent getragenes Image kann man Coppelius durchaus zu den intelligentesten Musikprojekten der letzten Jahre zählen. In deutscher wie in englischer Sprache schreiben sie ihre oft an Hoffmanns literarische Werke angelehnten Liedtexte. Dabei dient vor allem der "Sandmann" als Vorbild, wie man bereits an den Namen der Bandmitglieder und an "Coppelius" selbst erkennt.
Aber kommen wir auf das anfangs erwähnte Debut-Album zurück. Es handelt sich um ein Digi-Pack mit einer CD und kreativ gestaltetem Booklet. Der Tonträger beinhaltet über 50 Minuten
Musik (12 Titel) und wird umrahmt von Intro und Outro, wobei es sich um Hoffmann-Zitate handelt. Von verschiedenen Internet-Redaktionen wird die Scheibe hoch gelobt [2][3][4] - zu Recht: bei mir läuft die Musik den lieben langen Tag herauf und herunter und das in der Tat nicht nur, um die Stille zu töten!
In Hoffnung auf eine erfolgreiche weitere Karriere für die Herren Musikanten samt Butler von Coppelius kann ich das Album nur wärmstens weiterempfehlen. Die ungewöhnlichen Klangfarben erweitern nicht zuletzt den musikalischen Horizont!