tovotu

30. November 2009, 18:09 Uhr
Überlegungen zur Zeit nach dem Abitur - Mathestudium

Ich bin ausgemustert [1] und mache im Frühling/Sommer 2010 mein Abitur. Zivil- oder Wehrdienst muss/darf ich also nicht leisten. Vergleichbare Angebote wie ein freiwilliges soziales Jahr, Work-And-Travel oder Au-pair hätten die schmerzhafte Konsequenz, dass ich während dieser Zeit kein Kindergeld bekäme. (Bei Wehr- und Zivildienstpflichtigen wird Kindergeld ein Jahr länger bezahlt. Ansonsten gibt es Kindergeld nur während der Ausbildung/des Studiums bis zum Ende des 25. Lebensjahres.)

Eine Möglichkeit bleibt jedoch auch für Ausgemusterte: der europäische Freiwilligendienst (EVS) [2]. Für 6-12 Monate wird hier politische oder soziale Arbeit in einem EU-Land oder auch in Ausnahmefällen im EU-Ausland geleistet. EVS ist allerdings wiederum kein Ersatz für Zivildienst. Besonders ist, dass der EVS rundum von der EU finanziert wird: Versicherung, kleines Gehalt, Sprachkurs, Verpflegung, Unterkunft und sogar Kindergeld gibt es für die Zeit des Freiwilligendienstes.

Davon abgesehen bleibt mir nur übrig, direkt mit dem Studium zu beginnen. (Auf die akademische Laufbahn habe ich mich bereits festgelegt.) Doch selbst hier steht die Wahl des Studienfaches und der Hochschule aus. Insbesondere falls meine Wahl auf eine ausländische Universität fallen sollte, gibt es wieder viele Dinge zu beachten.

Man sollte sich am besten bereits am Anfang des letzten Schuljahres erste Gedanken über die Zeit nach dem Abitur machen. Nur wer ganz konventionell an einer deutschen Universität studieren will, hat mindestens bis zum Frühjahr Zeit, teilweise sogar noch bis August oder September. Im Falle von Zivildienst, FSJ, EVS oder einem Studium im Ausland gibt es jedoch häufig Fristen zu beachten, die schon Ende des Vorjahres ablaufen können.

Zum Mathestudium

Inzwischen ist meine Wahl auf ein Studium der Mathematik gefallen. Besonderheit eines Mathematikstudiums ist es, dass die meisten Universitäten im Bachelorstudiengang die Wahl eines Nebenfaches vorsehen. Doch gewöhnlich stehen da nur die klassischen Fächer Informatik, BWL/VWL/Ökonomie oder Naturwissenschaften (Physik, Biologie, Chemie) zur Wahl. Es ist nicht ganz leicht, Universitäten zu finden, die mehr Möglichkeiten bieten. Die schweizer Universität Zürich (nicht die ETH) bietet beispielsweise die Möglichkeit, sich für ein beliebiges Nebenfach aus dem Angebot der Universität einzuschreiben. Exotische Nebenfächer sind außerdem in Münster (Psychologie, Philosophie, Logik) und Darmstadt (Philosophie, weitere auf Antrag) möglich.
Die Universität Bonn hebt sich von den übrigen Universitäten dadurch ab, dass das Studium gewöhnlich ohne Nebenfach begonnen wird. Die Wahl trifft der Student erst zum dritten Semester und dann ist auf Antrag jede Kombination möglich.
Kombinationen von Mathematik mit Philosophie oder Linguistik scheinen zum Beispiel keine Seltenheit zu sein. Was diese Kombinationen jedoch für Berufsaussichten eröffnen, ist unklar. Oft heißt es, die Mathematik sei bereits ohne Nebenfach Qualifikation genug. Darüber gibt es jedoch sehr unterschiedliche Meinungen.
Eine weitere Möglichkeit für mathematische Studiengänge bieten speziell kombinierte Studiengänge. Neben Wirtschafts- oder Technomathematik gibt es auch sehr spezielle Fächer wie "Computational Life Science" (Lübeck), die nur an wenigen Universitäten angeboten werden und entsprechend schwierig zu finden sind.

Ich hoffe ich kann mit dieser Zusammenfassung meiner persönlichen Situation anderen helfen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden und zufällig auf diese Seite gestoßen sind.

  1. tovotu.de/blog/388-Ausgemustert
  2. go4europe.de

Kommentare

Moritz 2. Dezember 2009, 20:11 Uhr

sehr schönes Schaubild! Du scheinst dir ja noch genauso unschlüssig zu sein wie ich. Kopenhagen erwähnst du gar nicht in deinem Artikel, ist das kein Thema mehr?
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