tovotu

24. Juli 2008
Notensatzsoftware

Nicht erst in jüngster Zeit ist Kunst jedermanns Sache geworden. Künstlerische Tätigkeiten sind bei weitem nicht den Reichen vorbehalten. Jeder kann sich ein Blatt Papier nehmen und zeichnen, malen, stempeln, radieren oder was immer ihm gerade einfällt. Genau das selbe trifft auf die Dichtkunst zu: Man nimmt einen Stift zur Hand und beginnt zu schreiben. Wer sein Hobby öffentlich machen will, hat auch die Möglichkeit sich im Internet zu verewigen - dazu bedarf es nicht viel.

Es scheint bei Musik nicht anders zu sein: Wer genug Geld hat, sich ein Instrument zu leisten, kann sich ans kreative Schaffen machen. Notenhefte, um die ersten Eigenkompositionen niederzuschreiben, gibt es auch für ein paar Cent. Doch wie sieht es aus, wenn so jemand im Zeitalter des Internets eine digitale Veröffentlichung machen will? Auf YouTube finden sich unzählige Hobby-Musiker, die ihre eigenen Interpretationen präsentieren. Doch eine Sache ist auffällig: Wenn jemand nach den Noten für das Gespielte fragt, bekommt er meist eine negative Antwort. Nun könnte man natürlich immer sagen, die Künstler seien zu faul, um die Noten aufzuschreiben, doch ich habe die Vermutung, dass niemand weiß, wie man überhaupt solche Noten aufschreibt.

Ich selbst stand kürzlich vor dem Problem und informierte mich über so genannte Notensatzsoftware im Internet. Das Ergebnis war, dass es - zumindest für Klavier - keine kostenfreie oder auch nur erschwingliche Software dieser Art gibt. Immerhin bietet das OpenSource-Projekt TuxGuitar eine schöne Möglichkeit, seine Gitarrenkompositionen zu digitalisieren. Aber ansonsten bleibt nur noch die Möglichkeit entweder einen Haufen Geld auszugeben oder eine mehr oder weniger komplizierte Computersprache namens MusiXTeX zu lernen, was nun wirklich nicht jedermanns Sache ist.

Wie ich also meine enttäuschende Suche fortsetzte, fielen oft die Namen Sibelius, Finale und Capella. Hierbei handelt es sich um die renommiertesten Notensatzprogramme, die mit Preisen zwischen 150 und 500 Euro aufwarten. Konkurrenz ist kaum zu finden und meistens auch nicht viel günstiger. Zwar gibt es auf der Homepage von Finale immerhin nach der Registrierung die kostenfreie Software "Finale Notepad". Dabei handelt es sich jedoch um eine wirklich stark eingeschränkte Version des "richtigen" Finale, die beispielsweise nicht mal Triller und ähnliche Verzierungen unterstützt.

Vor allem den Missstand, dass es in diesem Themenbereich noch kein vergleichbares OpenSource-Projekt gibt, halte ich für bedenklich. Ließe sich nicht hier auf Basis des Notensatzmoduls MusiXTeX eine benutzerfreundliche graphische Oberfläche erstellen? Leider fehlen einem als Nicht-Programmierer die Möglichkeiten hier etwas in Gang zu setzen - schade eigentlich...

Nachtrag vom 4. September 2008:
Ich konnte nun zufällig sogar tatsächlich einige freie Alternativen zu den großen Notensatzprogrammen finden. Leider gibt es diese jedoch hauptsächlich für Linux, wenn ich mich nicht irre. Die erste Software trägt den Titel NoteEdit. Da NoteEdit nicht mehr weiterentwickelt wird, wurde der Nachfolger Canorus ins Leben gerufen - den gibt es sogar für Windows.

Dann ist da noch LilyPond. Soweit ich das mitbekommen habe, ist diese Software in der Bedienung eher weniger benutzerfreundlich - dafür sollen die Ergebnisse besonders schön aussehen. Außerdem ist es für alle größeren Betriebssysteme inklusive Windows und Linux erhältlich.

Zuletzt traf ich auf Rosegarden und das ist nun wirklich mal ein vielversprechendes Projekt. Es vereinigt mithilfe von LilyPond alle möglichen Kompositionswerkzeug auf einer grafischen Benutzeroberfläche. Zum Download steht es nur als Quellcode, sodass eine Benutzung auf so gut wie jedem Betriebssystem grundsätzlich möglich wäre.

Kommentare

Administrator 29. März 2012

Völlig richtig. Danke für den Hinweise! ☺

Tobias 29. März 2012

Sorry, der Link hatte nicht funktioniert. Der richtige ist: musescore.org

Tobias 29. März 2012

Musescore, zu finden unter musescore.org, ist ein sehr gutes Open-Source Notensatzprogramm . Einfach mal ausprobieren!

Kim 29. August 2008

Halloa!!!
Können sie mir vielleicht sagen wo man sich diese software möglichst PREISGÜNSTIG runter laden kann? (kostenlos wäre super)
ich bitte um antwort!!!
meine e-mail:
****************
Neue Kommentare zu diesem Artikel bitte per Mail an kommentare-316(at)tovotu.de!